Samstag, 25. Februar 2017

Sarah Morgan - Schlaflos in Manhattan

Da mich die letzten beiden Reihen von Sarah Morgan begeistert haben, wollte ich natürlich auch den Auftakt zur neuen Reihe, die in Manhattan spielt, nicht verpassen...



Darum geht es:

Drei Mädels von Puffin-Island hat es nach New York verschlagen. Paige, Eva und Frankie leben und arbeiten zusammen. Letzteres erledigt sich allerdings schlagartig, als alle drei von der Werbeagentur gekündigt werden, für die sie gearbeitet haben. Und dabei dachte Paige, dass sie an diesem Tag befördert würde. Falsch gedacht. Sie fällt zunächst einmal in ein tiefes Loch, weil ihr Traum zu zerbrechen droht.

Paige wird von ihren Eltern und ihrem älteren Bruder Matt und dessen besten Freund Jake übervorsorglich behandelt, weil sie an einem Herzfehler litt. Sie wünscht sich - fast - nichts mehr, als auf eigenen Beinen zu stehen und nicht mehr behandelt zu werden wie ein rohes Ei, doch dieser Wunsch rückt nun in weite Ferne. Oder vielleicht doch nicht? Jake, ihre heimliche Jugendliebe, hat eine Idee, die ihr aller Leben verändert...



Meine Bewertung:

Der Auftakt der neuen Reihe ist wieder einmal gelungen. Liebe im Big Apple. Schön finde ich den Bogen, der zu den Puffin Island Geschichten gespannt ist. So verliert man die Insel auch in Manhattan nicht gänzlich aus den Augen und sie bleibt in Erinnerung. Und ich war so gerne auf der Insel...aber ich bin auch gerne in New York zu Besuch.

Die drei neuen Freundinnen sind wohl etwas jünger als das letzte Trio, aber wieder alle auf ihre Art sehr sympathisch. Da ist die Paige, die nicht mehr als verletztlich und kränklich angesehen werden will und einen großen Ehrgeiz entwickelt, als Eventplanerin voranzukommen. Sie ist dabei sehr besonnen und hat großes Talent für Organisation. Eva ist die Heldin der Küche und auf Catering spezialisiert. Außerdem wirkt sie etwas tollpatschig und schusselig, was sie mit ihrer liebenswerten Art mehr als wett macht (irgendwie habe ich bei ihr immer Lisa Kudrow als Phoebe in "Friends" vor Augen...). Eva glaubt an die große Liebe. Frankie dagegen ist eher realistisch und burschikos und hat sich Pflanzen und Gartengestaltung verschrieben. Außerdem ist sie hervorragend im Bereich technischer Ausstattung von Events. Und irgendwie ist wohl ein bisschen in Paiges Bruder Matt verschossen (Teil 2 :-))...

Sicher, der Aufbau solcher Reihen ist nichts mehr Neues und nichts mehr Unbekanntes. Aber trotzdem lese ich sie liebend gerne - vorausgesetzt, sie sind nicht endlos lange. Drei bis fünf Bücher finde ich super, wenn es um Freundinnen/Freunde oder Geschwister geht. Darüber hinausgehend wird es meistens etwas langweilig und wiederholend. Die Gefahr dürfte dann hier ja nicht bestehen, da es sich nur um drei Freundinnen handelt - auch wenn die Entwicklung natürlich absehbar ist. 

Dass zwischen Paige und Jake die Funken nur so sprühen, bemerkt auch ein Blinder - mal abgesehen von Paiges Bruder. Und das ist wohl auch gut so. Die zwei ziehen sich an und stoßen sich ab wie zwei Magnete. So gibt es neben der Geschichte der Freundinnen natürlich auch eine prickelnde Lovestory.

Ich hatte mich schon so sehr auf das Buch gefreut, dass ich es natürlich ratz fatz durchgelesen hatte - und nun heißt es warten auf die Fortsetzung, die voraussichtlich am 12. Juni erscheint: "Ein Sommergarten in Manhattan" (Frankie). Danach geht es weiter mit "Lichterzauber in Manhattan" am 9. Oktober. Ist ja gar nicht mehr sooo lange. 

So, mehr schreib ich jetzt nicht mehr, sonst verrate ich womöglich Dinge, die ihr nicht wissen wollt. Wenn ihr Sarah Morgan Bücher mögt, lest es selbst. 



Mein Fazit:

Volle 5 Lämpchen für dieses Manhattan-Liebesmärchen, das meine Erwartungen an ein Sarah Morgan Buch zu 100% erfüllt hat. Ich freue mich auf die Folgebände. 



Weitere Informationen zum Buch und der Autorin findet ihr auf der Internetseite von HarperCollinsGermany

Vielen herzlichen Dank an Mira Taschenbuch/HarperCollinsGermany für das Rezensionsexemplar. 

Schönes Wochenende auch von mir!

Deborah

Freitag, 24. Februar 2017

Frank P. Meyer - Hammelzauber


Heute schreibt mal wieder der Mann...

Vorwort:



Auf der letztjährigen Frankfurter Buchmesse bin ich durch das Cover auf den Stand vom Conte Verlag aufmerksam geworden. Der Verleger und gleichzeitig Lektor des „Hammelzauber“, Herr Stefan Wirtz, legte mir in einem sehr persönlichen Gespräch auf dem Messestand dieses Buch ans Herz. Und ich gebe ihm Recht: ich wurde nicht enttäuscht. ☺ 



Inhalt:

»In der Nacht vom 14. auf den 15. September wurden in Primstal zwölf Straftaten begangen:- eine Erpressung
- ein Diebstahl
- eine Sachbeschädigung
- eine versuchte Vergewaltigung
- eine schwere Körperverletzung
- ein ungeklärter Todesfall mit Leichenschändung
- eine Entführung
- ein Einbruch
- eine Verleumdung
- eine Brandstiftung
- und ein Fischfrevel
… sowie ein weiteres Verbrechen, von dem die Ö
ffentlichkeit nichts erfuhr.


Wie selbst ein kriminologischer Laie erkennt, handelte es
 sich bei den einzelnen Fällen um Straftaten verschiedener Schwere. Die Polizei hatte keine Ahnung, wie diese Taten zusammenhingen. Sie wussten nicht einmal, ob sie überhaupt zusammenhingen. Für Primstal, einen Ort, in dem normal nichts passiert, war es überraschend, dass in einer einzigen Nacht Straftaten im Stundentakt begangen wurden, auch wenn es sich dabei um die erste Nacht der Dorfkirmes handelte.«



Quelle: Conte Verlag




Meine Bewertung:


Die Geschichte spielt im Saarland in nicht allzu ferner Zukunft, im Jahr 2040. Im benachbarten Atomkraftwerk Cattenom in Lothringen hat es 2024 eine Kernschmelze gegeben und weite Teile des Saarlandes verstrahlt und unbewohnbar gemacht. Es wurde natürlich evakuiert. Die Bewohner eines kleinen Dorfes namens Primstal blieben allerdings stur und in der Region wohnen.

Zur alljährlichen Kirmes in Primstal, dem Dorf, in dem normal nichts passiert, werden in der ersten Kirmesnacht 12 absonderliche Straftaten begangen. Die Saarbrücker Polizei sendet eine junge Kommissarin nach Primstal, um die Straftaten schnellstmöglich aufzuklären. Ihr zur Seite steht der alte Jus, der Dorfchronist.

Die traditionelle Dorfkirmes mit all ihren festen Ritualen, dem Mobilatorrennen durchs Dorf, dem Hammeltanz und nicht zu vergessen dem „Hammelzauber“, bilden das Korsett der Geschichte.

Diese wird wechselweise aus der Sicht eines externen Erzählers und aus der Perspektive von Jus erzählt. Vor allem letztere Perspektive zeigt uns den Alltag im Dorf mit vorbildlicher Gesundheitsversorgung, Vitalüberwachung per Armband (das nebenbei noch den aktuellen Standort des Trägers übermittelt), Überwachungsbildschirme in jedem Haus, selbstfahrenden Autos und Lieferdrohnen sowie die zwischenmenschliche Dramen, Liebes- und Streitfälle unter-, mit- und gegeneinander im Dorf.

Wie ihr euch vorstellen könnt, ist die Kirmeszeit in einem kleinen Dorf nicht unbedingt der allerbeste Zeitpunkt, um ungestört ermitteln und recherchieren zu können. Vor allem nicht in Primstal, dem Dorf am Rande der atomaren Sperrzone. Bevölkert von meist älteren, reichlich verschrobenen Einwohnern, die allesamt irgendwie „Dreck am Stecken“ zu haben scheinen und somit als Täter in Frage kommen.

Auch die junge Kommissarin kann sich dem skurrilen Charme der Dorfbevölkerung nicht entziehen und die Ermittlungen laufen anders, als von ihr anfangs geplant. Auch der reichliche Genuss des Hammelzauber (Rezept am Ende des Buches) ist nicht so ganz unschuldig daran.

Wie sie sich zusammen mit dem alten Jus durch das bunte Dorftreiben ermittelt, lest ihr am besten selber und habt Spaß dabei. Alles, was ich jetzt weiter dazu schreiben würde, wären Spoiler, die euren Lesespaß dämpfen würden.

Mein Fazit:

Der Autor vermengt SciFi, Krimi und Dorfleben zu einer aberwitzigen, dystopischen Geschichte, die sich so jederzeit in näherer Zukunft auch in den anderen deutschen Grenzgebieten abspielen könnte. Die Atommeilerwracks in Tihange und Doel (Belgien), Cattenom und Fessenheim (Frankreich), Temelin (Tschechien) und vielen weiteren in der Schweiz, Frankreich und anderen europäischen Staaten sind ja nicht wirklich weit entfernt.

Mir persönlich hätte es besser gefallen, die Geschichte etwas kürzer und knackiger auf den Punkt zu bringen. Ich freue mich aber dennoch auf weitere Romane von Frank P. Meyer.

Weitere Infos zum Buch und zum Verlag findet Ihr auf der Internetseite des Conte Verlages. .

Leselämpchenwertung:

4 von 5 Leselämpchen für diese „strahlende“ Geschichte. Ich bedanke mich beim Conte Verlag für das Rezensionsexemplar.



Nun euch allen einen schönen Start ins Wochenende.

Dirk

Co-Autor & Mitbruzzler
 

Sonntag, 19. Februar 2017

Claus Vaske - Gustaf. Alter Schwede

Oder: Wie werde ich den Haken wieder los?


Bei dem Klappentext des Buches konnte ich einfach nicht widerstehen. Das klang nach sehr viel Spaß. Und meine Erwartungen....(siehe unten bei "Meine Bewertung"...)

Darum geht es:

Familie Baumann ist seit längerem auf der Suche nach einem Haus und findet ein unfassbar günstiges Angebot: Es handelt sich um ein altes Anwesen mit viel Grundstück. Bei dem Kaufpreis vermuten sie einen Fehler der stark angetrunkenen Immobilienmaklerin. Oder es müsste sonst irgendeinen Haken geben. Okay, es müsste einiges gemacht werden im Haus, vielleicht liegt es daran? Egal, die Baumanns schlagen zu.

Mit dem Haken, der sie tatsächlich erwartet, hätten sie allerdings nicht gerechnet. Sie haben einen Mitbewohner, den mittlerweile 411 Jahre alten (mittlerweile auch ziemlich toten) rechtmäßigen Besitzer des Anwesens: Gustaf Birger Gunnarsson, Freiherr zu Rotthoven. Gustaf schätzt Alkohol in Form von Bier und Wein, ein gutes Fernsehprogramm und Amazon. Von nun an hält er die Familie auf Trab mit seinem abendlichen Unterhaltungsprogramm und diversen Online-Bestellungen, die die Familie fast in den Ruin treiben. Er mischt das Familienleben so richtig auf.


Saskia Baumann hatte gehofft, ihr Liebesleben mit Achim wieder zu beleben. Aber hej, abendliche Fernsehsessions mit Gustaf sind doch auch etwas. Wenn nur der dicke Kopf am Tag danach nicht wäre...


Meine Bewertung:

...wurden erfüllt (siehe oben). Ich hatte so viel Spaß mit Gustaf und der Familie Baumann. Deshalb habe ich das Buch an einem Tag in einem Rutsch durchgelesen und dabei so viel und so laut gelacht, dass mein Couchnachbar mich manchmal amüsiert angrinste. Ich war dann so nett und habe ihm den entsprechenden Textabschnitt vorgelesen, damit er meinen Lachanfall nachvollziehen konnte. Hat gewirkt. ;-)

"Gustaf. Alter Schwede" ist eine Geschichte, die ich mir so richtig gut als Film vorstellen kann. Der Geist, der redet wie der Typ in der Ikea-Werbung (nur vielleicht mit etwas tieferer Stimme - fände ich passend), den Kühlschrank leert, ständig auf der Couch sitzt und säuft wie ein Loch, die genervte Mutter, der resignierende und mit feiernde Vater, der begeisterte Sohn und die zickige Teenietochter. Alles zusammen genommen beste Unterhaltung. Da merkt man durchaus, dass der Autor mit seinen Drehbüchern für einige Lacher im deutschen Fernsehen verantwortlich war.

Claus Vaske hat eine sehr lebendige Art zu schreiben, sodass ich gleich das Gefühl hatte, mittendrin statt nur dabei zu sein. Sehr amüsiert habe ich mich unter anderem über die Lexikon-mäßigen (Wikipedia?) Worterklärungen und Gustafs ständige Versuche, das Liebesleben von Saskia und Achim in Schwung zu bringen und es doch gleichzeitig dadurch zu verhindern, dass er Achim zu Zwei-Mann-und-viel-Alkhohol-Parties verführt. Saskias Frust ist verständlich. Da kann man (frau) schon mal auf dumme Gedanken kommen.

Ich möchte jetzt nicht allzu viel dazu schreiben, denn ich möchte euch ja nicht den Lesespaß verderben.

Mein Fazit:


Wenn ihr etwas richtig, richtig Lustiges lesen wollt: Gustaf bringt euch bestimmt zum Lachen, wenn ihr etwas derben Humor bis hin zu Slapstick mögt.

Leider wird es zum Ende des Buches dann doch etwas zu abstrus und komplett überzogen, weswegen ich einen kleinen Abzug mache. Das mindert den Gesamteindruck aber nicht bedeutend. Ich würde jederzeit wieder zu einem Buch von Claus Vaske greifen.


Ich bedanke mich herzlich bei HarperCollins für das Rezensionsexemplar. Weitere Informationen zum Buch und auch eine Leseprobe findet ihr auf der Verlagsseite


Viel Spaß beim Lesen und einen schönen Sonntag!

Deborah