Sonntag, 19. März 2017

Ross Dobson - Beer + Food - Das Beste zum Bier


Bier und leckeres Essen? Geht (fast) immer, oder?

Nachdem es ja in letzter Zeit eher orientalische Küche bei uns gab, wurde es mal wieder Zeit für etwas anderes. Und da bei uns ja auch gerne mal ein Bier auf den Tisch kommt, hat uns dieses Buch doch sehr neugierig gemacht. 



Was euch erwartet:


240 Seiten Bier und Rezepte.


Erst einmal erfahrt ihr ein klein wenig über die Geschichte des Bieres und seine Bedeutung. Und dann geht es auch schon los mit den Rezepten und zusätzlichen Infos zu verschiedenen Biersorten.


Hier die einzelnen Kapitel:
Anstoß
Kleine Tiere
Große Tiere
Frische Fische (ich kann es noch nicht mal tippen, ohne mich zu verschreiben... ;-))
Bier in bester Gesellschaft


Interessante Aufteilung, nicht? Was direkt auffällt: Eine Rubrik Grünzeug gibt es nicht. Beer + Food ist definitiv ein Buch für Nicht-Vegetarier.


Und so hat es uns gefallen oder besser geschmeckt:

Die Auswahl der Gerichte fiel etwas schwerer als sonst, denn entgegen der bereits erwähnten Annahme, gibt es doch viele Rezepte, die asiatisch/orientalisch anmuten. Eines davon habe ich auch direkt ausgewählt, da es mein indisches Lieblingsgericht ist: Chicken Tikka Masala. Insgesamt getestet haben wir drei Gerichte aus zwei Rubriken: „Kleine Tiere“ und „Große Tiere“. Es handelt sich dabei um drei völlig unterschiedliche Fleischgerichte in verschiedensten Richtungen. Jetzt gerade, während ich schon schreibe, köchelt das letzte Testessen vor sich hin ... Hmm, und es riecht schon wieder sehr gut.
Fangen wir aber erst einmal mit dem Kapitel „Kleine Tiere“ an. Gemeint sind damit Hähnchen und Kaninchen.


1. Kleine Tiere – Chicken Tikka Masala


Zuerst bin ich vor der Zutatenliste zurückgeschreckt. Aber dank meiner vorherigen Tests von „Persiana“ und „Scirorro“ bin ich doch recht gut ausgestattet mit Gewürzen aller Art und musste nur noch Garam Masala kaufen. Alles andere hatte ich bereits. Und frischen Koriander lasse ich wieder einmal weg. Ich mag ihn einfach nicht.


Die Beschreibung der Zubereitung ist sehr übersichtlich und hörte sich auch überhaupt nicht kompliziert an. Wenn da nicht eine kleine Bemerkung gewesen wäre: Hähnchenschenkel entbeint.

Bilder von der Vorbereitung des Hähnchenfleisches erspare ich euch lieber, denn ich habe noch nie zuvor Hähnchenschenkel entbeint. Was macht man, wenn man nicht genau weiß, wie etwas funktioniert? Richtig, einfach googeln und bei YouTube Tutorials gucken. Hilft aber alles nichts, wenn kein wirklich gut geschärftes Messer vorhanden ist. Um es kurz zu machen: Das wurde bei mir ein ziemliches Massaker und dauerte ewig. Für 6 Hähnchenschenkel habe ich sage und schreibe 1 ½ Stunden gebraucht. Daher mein Tipp für euch, wenn ihr damit auch keine Erfahrung habt: Fragt am besten bei eurem Metzger, ob er die Hähnchenschenkel für euch entbeinen kann.


Das Richten der Marinade geht dagegen recht flott. Hätte ich das Rezept vorher richtig gelesen, hätte ich vielleicht auch gesehen, dass die Hähnchenteile über Nacht in der darin bleiben sollen. Nun ja, hätte ich, habe ich aber nicht. Die vielen Zutaten haben mich davon abgelenkt. 😉 Nichtsdestotrotz schmeckte es sehr, sehr lecker. Das Fleisch der Hähnchenschenkel war sehr zart und hatte durch die Marinade eine feine Würze (viel Knoblauch, Ingwer ...).


Der Buchtitel lautet ja „Beer + Food“. Für die Bierauswahl war meine bessere Hälfte zuständig. Zum Chicken Tikka Masala reichte er ein Störtebecker Pils. Es passte wirklich wunderbar zu dem würzigen Hähnchen mit Basmatireis. Um den Abend abzurunden, haben wir uns im Anschluss einen Bollywoodfilm eingeschmissen und waren rundum satt und zufrieden.



Mein Fazit für das Chicken Tikka Masala: Sehr empfehlenswert. Aber ich werde beim nächsten Mal auf jeden Fall einmal den Metzger meines Vertrauens zurate ziehen oder einfach Hähnchenbrustfilets verwenden. Dann wird das Fleisch vielleicht nicht ganz so zart (obwohl ich mir da nicht einmal sicher bin wegen der Marinade), aber bestimmt genauso lecker. Und da wir ja nur zu zweit sind, hatten wir wieder Essen für drei Tage. 



Dann kommen wir jetzt zum Kapitel „Große Tiere“ - also Rind, Schwein, Lamm.


2. „Große Tiere“ - Cordon bleu vom Kalb


Hier hat uns das Cordon bleu vom Kalb angelacht. Im Vergleich zu dem indischen Hähnchen geht das Cordon bleu mega flott. Einfach die Kalbsschnitzelhälften würzen und mit Käse und Schinken füllen und anschließend panieren. Und schon können sie in die Pfanne. Es lohnt sich in diesem Fall wirklich, zum Metzger zu gehen und dort das Kalbfleisch zu kaufen. Spätestens in der Pfanne ist der Unterschied zu merken, wenn das Cordon bleu nicht zusammenschrumpft und zäh wird.


Hiervon kann ich euch auch ein paar Zubereitungsfotos zumuten ...





Dazu gab es einen badischen Kartoffelsalat: Gute Salatkartoffeln kochen, schälen und in Scheiben schneiden. Die Soße besteht aus Essig, Öl, etwas Maggi, warmer Fleisch- oder Gemüsebrühe, Salz, Pfeffer und Schnittlauch. Mehr kommt bei mir nicht an den Kartoffelsalat. Am liebsten mag ich ihn noch warm und schön saftig. Aber das kann man ja ganz einfach variieren.



 
Unsere Cordon bleu waren butterzart und trotzdem knusprig, gut gewürzt und so gut. Dazu gab es bei mir ein helles Bier aus der Brauerei Boltens, Dirk hat sich für eine dunkle Variante entschieden. Das empfohlene Stout hatten wir leider nicht da. Hat aber auch so ganz hervorragend geschmeckt. Da es sich wirklich schnell richten lässt, sind die Cordon bleu auch optimal für ein Abendessen mit Freunden oder Familie. Ein rustikales Abendessen, für das man nicht den ganzen Abend in der Küche steht.

 
Nun zum letzten Rezept...


3. „Große Tiere“ - Rindfleischeintopf mit Guinness


Welches Bier es zu diesem Fleischeintopf gibt, dürfte klar sein. Ein ganzes Guinness ist ja schon in der würzigen Soße untergebracht. Wie gesagt, während ich die Rezension schreibe, köchelt es gerade noch vor sich hin. Ich habe es aber schon probiert ... 😉 Das Rezept ist sehr einfach, nur sollte man frühzeitig damit anfangen, da das Rindfleisch langsam vor sich hin köcheln muss. Mit der angegebenen Flüssigkeit kam ich aber nicht zurande. Ich musste doch noch einiges an Wasser nachkippen, denn die Soße ist in den 1 ½ Stunden gut verkocht (ja, ich hatte den Deckel auf dem Topf). Und ich hatte an sich schon mehr Flüssigkeit dazu gegeben. 





Anstatt des empfohlenen Kartoffelpürees habe ich mich dazu entschlossen, mal wieder Spätzle zu machen. Wozu habe ich denn das „Das Kochbuch aus Schwaben“ aus dem Hölker Verlag? Der Teig ist fertig, jetzt wäre es schön, wenn das Wasser auch gleich blubbert. Dann kann es losgehen mit dem Spätzleschaben. Spätzlebrett und Schaber sind schon bereit. Ich auch. Ich bin dann gleich mal weg ... to be continued ...




So, da bin ich wieder. Die Spätzle (in meinem Fall eher Spatzen, aber wir mögen sie so) sind gelungen, der Rindfleischeintopf war sehr kräftig. Nachwürzen absolut nicht notwendig, eher verdünnen. Zusammen mit dem Guinness gab das ein super Essen für kühlere Zeiten. Zum Glück ist ja im Moment wieder eher schlechtes Wetter. Und nun sind wir pappsatt. Morgen Abend gibt es dann nach Nachschlag. Ist ja noch einiges übrig.




Jetzt wird erst mal das restliche Guinness verköstigt und der Sonntagabend genossen.
 
Meine Bewertung + Fazit:


Wenn du gerne mal ein Bier trinkst und dich fragst, welches Essen dazu gut passt (außer Currywurst, Pommes), bist du bei „Beer + Food“ natürlich gut aufgehoben. Es sind jedoch hauptsächlich kräftige, gehaltvolle und sehr fleischlastige Speisen, sodass sich das Buch für Vegetarier und Gemüseliebhaber nun überhaupt nicht eignet. Wer auf zünftige Kost steht und auch vor Gebratenem nicht zurückschreckt, wird aber sehr viel Freude mit dem Kochbuch haben. Es gibt sowohl Rezepte für Anfänger als auch für fortgeschrittenere Köche. Und in jedem Rezept wird das passende Bier erwähnt. So könnt ihr bei Essenseinladungen richtig punkten, weil ihr sogar wisst, welches Bier passt.


Ich gebe Ross Dobsons „Beer + Food“ 4 Lämpchen, denn ein bisschen Grünfutter zwischendurch hätte auch ich mir gewünscht. Ich bin auch ziemlich sicher, dass es da auch etwas Passendes gibt. Ansonsten ist das Buch toll aufgebaut, die Rezepte leicht verständlich und nachkochbar und alles optisch toll aufgearbeitet. 



Meinen herzlichen Dank an den Hölker Verlag für dieses Rezensionsexemplar, das uns wieder viel Freude gemacht hat. Hölker Kochbücher sind einfach toll, meine Sammlung wird mit Sicherheit weiter wachsen und gedeihen.

Weitere Informationen zu „Beer + Food“ findet ihr auf der Internetseite des Hölker Verlages.
 
Ich wünsche euch viel Spaß beim Stöbern und einen guten Start in die Woche.

Deborah


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