Samstag, 31. Dezember 2016

Jahresrückblick 2016 - gelesene Bücher

Wahnsinn - da ist 2016 schon wieder Geschichte. Dieses Jahr habe ich wieder einige Bücher gelesen/gehört. Insgesamt bin ich auf 97 Bücher gekommen. Also noch ein klein wenig mehr als 2015.

Und ich habe noch so viel zu berichten über meinen tollen Bücherherbst, jede Menge Events und gelesene Bücher. Aber eines nach dem anderen. Ich fange heute mal mit den Büchern an. Erstaunlicher und erfreulicher Weise gab es dieses Jahr wieder nur 1 richtigen Reinfall und damit verbunden auch meine allererste 1* Rezension. Ansonsten hatte ich nur schöne bis phantastische Bücher erwischt. Ich hatte offensichtlich wieder einmal ein gutes Händchen.

Hier ist sie nun, die Liste (die Links für bereits vorhandene Rezis trage ich die nächsten Tage noch nach, genau wie die fehlenden Bilder...):


Januar 2016

Imelda Arran - Schnee über Devon
Mary Kay Andrews - Mit Liebe gewürzt
Andrea Russo - Nonna Lucia macht Urlaub
Mary Cordis - Sex auf Abwegen
Jill Mansell - Wer zweimal träumt
Ann Patchett - Aus Liebe zum Buch
Tina Sprenzel - Tante Lotti ist tot

Februar 2016

Andy Jones - Zwei für immer
Patricia Schröder - The Perfect
Antoine Laurain - Der Hut des Präsidenten
Julia Hanel - Zwei fürs Leben
Courtney Miller Santo - Das Pfirsichhaus
Pippa Wright - Das Schwagermonster

März 2016

Kate Riordan - Im Spiegel ferner Zeiten
Kerstin Klein - Lassen Sie mich durch, ich bin verliebt!
Laura Drewry - Was das Herz dir sagt
Kerry Fisher - Die Liebe, das Glück und ein Todesfall
Dani Atkins - Die Nacht schreibt uns neu
Nina George - Das Lavendelzimmer

April 2016

Lynda Simmons - Rosie kann's nicht lassen
Theresia Graw - Das Liebesleben der Suppenschildkröte
Andrea Russo - Irren ist himmlisch
Mary Simses - Der Sommer der Sternschnuppen
Jutta Bissinger - Um fünf am Stadtbuckel
Nikola Hotel - Jetzt oder Nils
Britta Sabbag & Maite Kelly - Herzfischen

Mai 2016

Ruth Cordello - Das Dienstmädchen des Milliardärs
Mathias Malzieu - Die Mechanik des Herzens
Angelika Schwarzhuber - Servus heißt vergiss mich nicht
Sarah Vaughan - Die Zutaten des Glücks
Tanja Janz - Krabbe mit Rettungsring
Juliet Ashton - Immer wieder du und ich
Kathryn Littlewood - Die Glücksbäckerei - Das magische Rezeptbuch

Juni 2016

Cristina Caboni - Die Honigtöchter
Marie Sabine Roger - Die Küche ist zum Tanzen da
Nikola Hotel - Fernsehköche küsst man nicht
Anne Sanders - Sommer in St. Ives
Petra Hülsmann - Glück ist, wenn man trotzdem liebt
Julie Leuze - Der Geschmack von Sommerregen
Andreas Izquierdo - Romeo und Romy
Tessa Hennig - Mit Oma in Roma

Juli 2016

Claire Bonamy - Wiedersehen in Barfleur
Grégoire Delacourt - Die vier Jahreszeiten des Sommers
Johanna Wasser - Die Glücksforscherin
Britta Sabbag - Der Sommer mit Pippa
Mary Kay Andrews - Kein Sommer ohne Liebe
Susan Mallery - Weiter geht es nach der Werbung
Jenny Colgan - Die kleine Bäckerei am Standweg



August 2016


Ella Simon - Ein Gefühl wie warmer Sommerregen
J. Ryan Stradal - Die Geheimnisse der Küche des mittleren Westens
Charlotte Zeiler - La Vita Seconda
Linda Schipp - Memories to do
Fritzi Sommer - Alte Ziegenwiese
Gabriella Engelmann - Apfelblütenzauber
Sylvia Filz & Sigrid Konopatzki - Absatzschwierigkeiten
Ali McNamara - Zwei Männer für Miss Darcy




September 2016

Elisabeth Kabatek - Ein Häusle in Cornwall
Lily Oliver - Die Tage, die ich dir verspreche
Anouska Knight - Weil wir zusammen gehören
Marie Adams - Das Café der guten Wünsche
Sylvia Filz & Sigrid Konopatzki - Ab heute bin ich Tussi
Ellen Berg - Alles Tofu, oder was? (HB)
Bettina Peters - Erika Mustermann
Andrea Russo - Im Himmel mit Ben
Sarah Morgan - Einmal hin und für immer


Oktober 2016 

David Safier - Mieses Karma²
Ellie Cahill - Liebe noch nicht zugestellt
Nikola Hotel - Für immer und Emil
Lindsay Lovejoy - Ein Surfer zum Verlieben
Antoine Laurain - Das Bild aus meinem Traum
Antoine Laurain - Liebe mit zwei Unbekannten
Susanne Rehlein - Die erstaunliche Wirkung von Glück
Barbara Brandt - Der Mann an der Reling
Emily Bold - Wenn Liebe nach Pralinen schmeckt
Anne Weiss & Stefan Bonner - Wir Kassettenkinder







November 2016

Mirjam H. Hüberli - Herzseilakt
Claudia Winter - Aprikosenküsse
Victoria Seifried - Alles in Buddha
Sarah Morgan - Für immer und ein Leben lang
Sarah Morgan - Für immer und einen Weihnachtsmorgen
Karen Swan - Winterküsse im Schnee
Arne Blum - Ein Weihnachtsschwein sieht rosa
Ute Haese - Die Soßenhobelmafia





Dezember 2016

Fabienne Siegmund - Das Herz der Nacht
Ira Severin - Lebkuchenküsse
Sylvia Filz & Sigrid Konopatzki - Wild auf Weihnachten
Sophie Bassignac - Das Leben ist zu bunt für graue Tage
Petra Durst-Benning - Das Weihnachtsdorf
Frieda Lamberti - Alias Nora Parker
Leonie Steinberg - Nur leben ist schöner
Nicolas Barreau - Paris ist immer eine gute Idee
Heather Webber - Eine zauberhafte Gabe
Anne Blum - Hasen feiern kein Weihnachten
Gilles Legardinier - Monsieur Blake und der Zauber der Liebe
Susanna Ernst - So wie die Hoffnung lebt
Debbie Macomber - Drei, die der Himmel schickt
Patrick Hinz - Herr S. bekommt Besuch (ebook)


Das war erstmal die Übersicht. Ich hoffe, ich kann die fehlenden Rezensionen ganz bald nachtragen. :-)

Euch allen einen guten Rutsch!

Wir lesen uns im neuen Jahr wieder, bis dahin...

Deborah

Patrick Hinz - Herr S. bekommt Besuch

Manchmal bedarf es eines besonderen Tipps, um mich neugierig zu machen. Und das ist dotbooks eindeutig gelungen. Die Begeisterung des dotbooks-Teams war ansteckend und so beschloss ich, mal wieder ein eBook zu lesen. Was ich eigentlich sehr ungerne tue, da es mir im Moment nur auf dem Smartphone möglich ist. Aber die Mühe hat sich mehr als gelohnt. Und somit beschließe ich das Lesejahr 2016 mit diesem Highlight aus dem dotbooks Verlag.


Copyright bei dotbooks
Und darum geht es:

Herr S. ist arrogant, selbstsüchtig und schlicht und ergreifend bindungsunfähig. So kommt es, dass er auch die aktuelle Frau an seiner Seite, die seiner eigenen Meinung nach nahezu perfekt ist, von sich stößt als sie ihm ihre Liebe gesteht. Er bleibt lieber bei seinen unverbindlichen Affären und zeigt sich herz- und gefühllos. Und außerdem hasst er Besuch.

Doch das Leben schlägt ihm ein Schnippchen: Nicht nur, dass plötzlich sein völlig abgebrannter Cousin Pascal bei ihm auf der Matte steht und seinen geliebten Rückzugsort in eine nach Räucherstäbchen stinkende Esoterik-Höhle verwandelt. Nein, es kommt noch schlimmer. Auch seine Mutter Marie, zu der er seit Jahren keinen Kontakt mehr hat, steht todkrank vor seiner Tür. Und damit wird eine Tür zu lang verborgenen Gefühlen aufgestoßen, die Herr S. eigentlich einbruchssicher verschlossen hatte.

Meine Bewertung:

Ich habe "Herr S. bekommt Besuch" heute Morgen innerhalb weniger Stunden auf meinem Smartphone gelesen. Das sagte eigentlich schon alles, denn ich hasse es, längere Texte auf dem Mini-Display zu lesen. Mal im Ernst: Ich hätte nicht gedacht, dass mir der allerletzte Tag des Jahres noch so guten Lesestoff beschert - und das, obwohl Weihnachten schon rum ist.

Ein bisschen Weihnachten muss aber doch sein: Bei der Figur des Herrn S. musste ich ein bisschen an die Figur von Herrn Cross aus "Die Geister, die ich rief" denken. Auch wenn Herr S. nicht wie Bill Murray von den Geistern der Vergangenheit heimgesucht wurde. Irgendwie passt es aber dennoch auf Herrn S., der von zwei sehr realen Geistern aus seiner Vergangenheit besucht wird. Zunächst nerven sie einfach nur und er möchte sich eigentlich nicht mit beiden beschäftigen, aber nach und nach bekommt seine Fassade Risse und er denkt doch öfter an die Vergangenheit, als ihm lieb ist. Dabei kommen natürlich Verletzungen und Verluste zum Vorschein, die er lange verdrängt hatte. Und er muss sich wohl oder übel damit auseinander setzen, was diese Erlebnisse für einen Menschen aus ihm gemacht haben.

Anfangs tat mir Herr S. durchaus leid, denn sein Cousin ist wirklich eine wandelnde Katastrophe. Aber er schafft auch durchaus sehr komische Momente in dieser tragisch-komischen Geschichte. Manchmal wusste ich wirklich nicht, ob ich lachen oder weinen sollte. Ich bewunderte, wie schnell Herr S. beschloss, sich um seine todkranke Mutter zu kümmern - wohl wissend, dass sie eine echt zickige Kratzbürste ist und schon gesund schwer zu ertragen war. Den Mittelfinger als Antwort beherrscht sie auch noch in ihrem hohen Alter hervorragend. Aber der Blick hinter ihre selbst aufgebauten Mauern und in Herrn S. Vergangenheit lässt bald die frühere Marie erkennen, eine komplett andere Frau, die mir zum Schluss sehr sympathisch war.

Überhaupt sind mir im Lauf der Erzählung alle drei richtig ans Herz gewachsen - sogar der leicht bekloppte Pascal mit seinem Esoterik-Fimmel. Und dass Herr S. endlich einmal richtige Entscheidungen in seinem Leben trifft, ist ein echtes Sahnehäubchen und hat mich mit einem Lächeln zurückgelassen (nachdem ich erstmal mit verheulten Augen da saß - danke dafür, lieber Herr Hinz ;-) ).

Eine Frage erschließt sich mir aber nicht so ganz: Was hat das Cover mit der Geschichte zu tun? Ist zwar schön, aber sich sehe überhaupt keine Verbindung, oder bin ich blind?

Mein Fazit:

5 Lämpchen für diese traurig-schön-lustige-Familien-Lebens-Liebes-Geschichte. Ich seh schon, nun muss ich wohl auch die anderen Bücher des Autors lesen (seufz, wieder überm Smartphone hängen...).



Weitere Informationen zu Buch und Autor findet ihr direkt auf der dotbooks-Seite. Eine Leseprobe gibt es dort übrigens auch.

Ich bedanke mich bei dotbooks für diese Leseempfehlung und freue mich schon jetzt auf das neue Lesejahr 2017. Seid ihr auch so gespannt, was es uns bringt? 

Eigentlich möchte ich nachher noch einen Beitrag schreiben. Da ich aber wie immer nicht weiß, ob das noch klappt, wünsche ich euch lieber schon jetzt alles Gute für das neue Jahr. Kommt gut rüber.

Liebe Grüße

Deborah

Sonntag, 18. Dezember 2016

Fabienne Siegmund – Das Herz der Nacht

Ihr ahnt es sicher bereits – das Cover (und auch einige schöne Blogbeiträge) machten mich auf dieses Schmuckstück aus dem acabus Verlag aufmerksam. Dem Verlag, der sich besonderen Büchern wie „Buchland“ widmet. Deshalb landete es auf meiner Wunschliste. Die Freude war groß, als es auf der Frankfurter Buchmesse direkt auf meinen Buchstapel wanderte...


Darum geht es

Sieben Tage geht die Sonne über Venedig nicht mehr auf. Am achten Morgen ist es plötzlich unwirklich hell und die Tage nehmen kein Ende. In Matéos Leben hat sich eine große Änderung ergeben: Anisa, seine große Liebe und Assistentin bei seinen misslungenen Zauberkunststücken ist mit der Nacht plötzlich verschwunden. Verzweifelt macht sich der erfolglose Illusionist auf die Suche nach Anisa. Venedig hat sich durch das ewige Licht verändert. Die Menschen sind anders. Neben Anisa sind noch weitere Menschen verschwunden.

Völlig unerwartet wird Matéo der Weg zu Anisa gezeigt. Er findet sich tatsächlich wieder in dem seltsamen Zirkus Laylaluna. Aber sie erkennt Matéo nicht. Es scheint, als hätte sie ihn noch nie gesehen. Matéo ist am Boden zerstört, schließt sich aber dem Zirkus an mit dem festen Vorsatz, sie zurückzugewinnen. Von seinem ersten Auftritt an gelingen im die schwierigsten Illusionen. Auch seine Kollegen führen wahnwitzige Sensationen vor. Den Zirkus scheint ein großes Geheimnis zu umgeben. Und doch hat Matéo nur den Wunsch, ihn gemeinsam mit Anisa wieder zu verlassen... 


Meine Bewertung

Ihr sucht noch ein besonderes Buchgeschenk? Für jemanden, der romantische Geschichten mit phantastischem Hintergrund liebt (oder vielleicht auch für euch selbst?)? Ihr könnt aufhören zu suchen: Ich lege euch dieses Buch ans Herz. Es ist einfach...wow! Zum Ende des Jahres kam ich noch einmal in den Genuss eines phänomenal schönen Buches, das mich nachdenklich und verliebt zurücklässt. 

Fabienne Siegmunds Schreibstil ist bildgewaltig und bunt. "Das Herz der Nacht" ist eine Geschichte zwischen Traum und Wirklichkeit mit sehr fließenden Grenzen. Es scheint, als leben die Protagonisten im Inneren einer Traumkugel. Ein Leben, dem sie nicht entkommen können, einem Leben im Zirkus Laylaluna, der Wünsche erfüllen zu scheint und das wahre Leben vergessen lässt. Nur Matéo vergisst nicht, denn er ist der einzige Artist, der freiwillig zum Zirkus kam. Er kämpft mit allen Mitteln um seine Liebe, die in dieser Welt mit Carlo, dem Feuerschlucker, zusammenlebt. Hilfe bekommt er von der Wahrsagerin Mireia.


Neben Anisa und Matéo sind Mireia, Schlangenfrau Min-Lius und Pantomime David meine liebsten Protagonisten. Carlo, die Clowns und die Trapezgeschwister waren mir eher suspekt. Ich habe mit Matéo bei jedem seiner Versuche, Anisas Herz zurückzuerobern und den Zirkus Laylaluna zu verlassen, gefiebert. Ich habe mit ihm gelitten, gehofft und gezittert. Und nie die Hoffnung verloren, dass er es doch noch schafft – obwohl die Zeit gegen ihn arbeitet und er entschlossene Gegenspieler hat. Auch wenn am Ende für mich nicht alle Fragen komplett geklärt waren, war ich glücklich mit der Geschichte und ihrem Ausgang. Der Abschied von Matéo, Anisa, Mireia, David und von dem schlauen Kaninchen Jordí fiel schwer.


Mein Fazit
Fünf + Lämpchen für dieses unvergessliche Buch, das so detailverliebt erzählt, dass ich das Gefühl hatte, bei jeder der Vorstellungen im Zirkus dabei zu sein und seine tägliche Veränderung und seinen langsamen Zerfall mitzuerleben. Fabienne Siegmund ist es gelungen, mich mit ihrem Buch „Das Herz der Nacht“ in einen phantastischen Mikrokosmos zu entführen, der zugleich traumhaft schön und albtraumhaft erschreckend ist. Eine Welt, in der es keine klare Grenzen zwischen Traum und Realität gibt und Seifenblasen so groß und haltbar werden, dass sie eine kleine Tänzerin tragen können.


Ich bedanke mich herzlich beim acabus Verlag für dieses Buch, das eines meiner Jahreshighlights ist. Weitere Informationen zu Fabienne Siegmund und „Das Herz der Nacht“ findest ihr auf der Verlagsseite.

Viel Spaß beim Lesen und einen schönen 4. Advent!

Deborah    

Sonntag, 4. Dezember 2016

Barbara Brandt - Der Mann an der Reling

So langsam arbeite ich mich durch die diesjährigen Bücher von der Buchmesse. Hier also meine erste Messenachlese. Dieses Buch von Barbara Brandt (Pseudonym von Klaus Brandt) wurde mir mehrfach ans Herz gelegt und ich habe nicht bereut, es zu lesen.


Darum geht es:

Iris erzählt im Seniorenheim in Frankreich ihre Erlebnisse aus dem Sommer 1975. Dem Jahr, in dem sie auf der Fähre zwischen England und Frankreich den Engländer Robert kennenlernt. Der Mann, der später in ihrem kleinen Landhotel in der Normandie Gast ist und mit dem sie 4 Tage eine leidenschaftliche Affäre hat. Der Mann, den sie offensichtlich nie vergessen konnte, obwohl sie sich gegen ihn und für ihren Ehemann Albert entschieden hatte. Eine Entscheidung, die sie im Nachhinein bereute. 
Zehn Jahre nach der Abreise Roberts findet Iris ein Bild, das Robert und ihre mittlerweile tote Zwillingsschwester als Liebespaar zeigt - wenige Monate bevor ihre Schwester starb. Natürlich fragt sie sich, ob Robert zu ihr zurückkommen wollte und versucht herauszufinden, was passiert ist. 


Meine Bewertung:

Iris Geschichte ist sehr bewegend und ich kann verstehen, warum Iris auch noch Jahre später mit sich hadert, warum sie Robert gehen ließ. Mit ihm fühlte sie sich voller Leben und genoss jede Sekunde. In dieser kurzen Zeit wurde ihr klar, dass sie diesen Mann wirklich liebt. Und doch entscheidet sie sich aus Vernunftgründen und vermutlich auch aus Schuldgefühlen für ihren Ehemann Albert, mit dem sie schon lange nichts mehr verbindet, falls es das je hat. 

Teilweise hatte ich wirklich das Gefühl, einer alten Dame bei ihren Erzählungen aus der Vergangenheit zu lauschen. Im Endeffekt wechselt Iris ständig ihre Erzählung, Erinnerung und Fiktion zerfließen - sie selbst gibt zu, es nicht mehr zu wissen, wie es tatsächlich war. Vom ersten Kennenlernen auf der Fähre bis zum Ende ihrer Affäre ist alles recht unklar. Ist sie tatsächlich mit Robert in dem Doppeldecker ihres Freundes Penderyn geflogen? Gab es das heiße Stelldichein in der Küche des "Hawk", oder täuscht sie ihr Erinnerungsvermögen? Alles in unklar. Auch die Geschichten, die Robert ihr erzählt werden jedes Mal abenteuerlicher und unglaublicher. Und genau das macht für mich den Reiz des Buches aus. Der Autor bringt das hervorragend herüber. Wenn ich es nicht gewusst hätte, wäre ich davon ausgegangen, dass das Buch von einer Frau geschrieben wurde. 

Dann ist da noch das gespannte Verhältnis von Iris zu ihrer Zwillingsschwester Sally, die immer das Gefühl hat, hinter Iris im Schatten zu stehen und offensichtlich unter starken Depressionen litt. Offensichtlich wusste sie von Iris' Geheimnis durch deren Tagebücher, was Iris das Leben nach Robert nicht leichter macht. 

Iris Erlebnisse und die hinzu gesponennen Erinnerungen und Erzählungen sind verwoben zu einer wunderschönen, traurigen Liebesgeschichte mit einem unerwartet positiven Ende. Wer hier schon länger mitliest, kennt mein Lieblingszitat zum Thema Ende...

Mein Fazit:

"Der Mann an der Reling" von Barbara Brandt ist ein Buch, das ich überhaupt nicht auf dem Schirm hatte - wahrscheinlich weil ich so selten bei amazon schaue. Wie gut, dass es auf der Frankfurter Buchmesse den Weg zu mir gefunden hat, denn es hat mir einige sehr schöne Lesestunden bereitet. Meine Bewertung liegt zwischen 4 und 5 Lämpchen. Zu einer hervorragenden Wertung fehlt noch ein klitzekleiner Kick, aber es ist dennoch ein Buch, das mir sehr gut gefallen hat.


Ich bedanke mich herzlich bei amazon publishing und bei Buch Contact für das Rezensionsexemplar des Buches. 

Euch wünsche ich viel Spaß beim Lesen!

Deborah