Freitag, 30. Oktober 2015

Aktion Weihnachtsengel 2015 - übermorgen geht es los!

Bereits 2012 fand die Aktion Weihnachtsengel zum ersten Mal statt. So langsam wird es schon eine lieb gewonnene Weihnachtstradition. Die Idee stammt von Nicole von "Cinema in my head". Sie hat es sich zum Ziel gemacht, Kinderaugen zum Strahlen zu bringen durch die Erfüllung von Weihnachtswünschen. Dazu gibt es eine Versteigerung von wunderbaren Buchschätzen und vielen anderen schönen Dingen, die das Herz eines bookaholics höher schlagen lassen. 

Seit dem ersten Jahr ist ihr das prima gelungen und die Aktion ist mittlerweile ganz schön gewachsen. Zum Glück hat Nicole tatkräftige Unterstützung gefunden für die Planung und Abwicklung der Aktion. Und viele Autoren, Blogger, Freunde und Verlage haben durch ihre großzügigen Spenden Anteil am Erfolg der diesjährigen Weihnachtsaktion. Schaut einmal bei Nicole vorbei, hier findet ihr alle Informationen rund um die diesjährigen Auktionen und die Verwendung der Spendengelder. Ein Klick aufs Bild und ihr seid direkt da.



Die fleißigen Freunde und Helfer findet ihr hier:

Sandra von Buchzeiten
Beate von Buch-Plaudereien
Silke von Fairy-book
Ramona von Kielfeder 

Eure Gebote könnt ihr auf mehreren Blogs abgeben, die Posts werden ab Sonntag auch hier erscheinen:



Und nun hoffe ich, dass auch ihr etwas findet, das ihr unbedingt haben möchtet. Ich kann euch schon jetzt verraten: Am liebsten würde ich hemmungslos zuschlagen, denn es sind einige sehr schöne Stücke dabei...

Sehen wir uns Sonntag? Ab 6 Uhr morgens findet ihr den ersten Tag auch hier - das gilt natürlich auch für die folgenden 14-15 Tage. ;-)

Auf Facebook findet ihr die Veranstaltungsseite, auf der jeden Abend die Höchstgebote noch einmal veröffentlicht werden. Ihr habt also im Zweifelsfall die Möglichkeit, euer Gebot zu erhöhen. Die Tageshöchstgebote findet ihr am Folgetag unter dem jeweiligen Post. 

Liebe Grüße und viel Erfolg!

Deborah  

Ps: Für euch vielleicht noch wichtig zu wissen: Die Gebote gehen alle bei Nicole und den Weihnachtsengeln ein. Die Promo-Engel (die Blogs, auf denen die Posts auch veröffentlicht werden) haben keinen Einblick auf die Gebote. Das ist auch gut so - ich möchte ja schließlich auch noch mitbieten. ;-)



Freitag, 23. Oktober 2015

„Das Steiner Prinzip“ und ich

Die diesjährige, lang ersehnte Frankfurter Buchmesse ist vorbei. Wie immer war sie für mich ein großes Erlebnis, mein Highlight des Jahres. Diesmal sogar noch schöner, als in den Jahren zuvor. Hauptgrund dafür waren einige Termine, Verabredungen und zufällige Treffen. Dazu erzähle ich euch aber in einem anderen Post mehr. Heute möchte ich euch ein Buch vorstellen, auf das ich sehr neugierig war. Ob es mir helfen kann, wird sich jedoch erst in näherer Zukunft zeigen (und ich werde gerne noch einmal darüber berichten).



Darum geht es:

Matthias Steiner ist sicherlich vielen in Erinnerung mit den emotionalen Bildern von seinem Goldmedaillen-Gewinn im Gewichtheben in der Super-Schwergewichtsklasse bei den Olympischen Spielen in Peking 2008. Ich hatte die Bilder definitiv noch im Kopf. Umso erstaunter war ich, als ich sah, wie sehr sich Matthias Steiner verändert hat. Innerhalb eines Jahres hat er sein Gewicht um 45 kg von 150 kg auf 105 kg reduziert und sieht nun glücklicher aus, als je zuvor. Mittlerweile ist er zum zweiten Mal verheiratet und hat zwei Söhne.

Natürlich ist auch vielen anderen seine Veränderung aufgefallen – war sie doch auch häufig Thema in der Presse. Seine Teilnahme bei „Let's Dance“ trug dazu sicher auch bei. Dementsprechend viele Menschen sind auf Matthias Steiner zugekommen und wollten von ihm wissen, wie er es geschafft hat, so viel abzunehmen. Für all diese Menschen hat er nun zusammen mit seiner Frau Inge „Das Steiner Prinzip“ geschrieben, in dem er hilfreiche Tipps gibt und viel Erklärungen dazu, was Nahrung und Genussmittel mit unserem Körper tun. „Das Steiner Prinzip“ ist kein Diät-Ratgeber, es ist viel mehr ein Hilfsmittel zur langfristigen Ernährungsumstellung.


Meine Bewertung:

Kann ich jetzt natürlich noch nicht abgeben, außer zum Buch selbst. Ich habe es direkt gelesen und festgestellt, dass ich doch vieles bereits wusste aber bisher nicht beherzigt habe. Tatsächlich scheint es mir ein guter Anfang zu sein, um wieder ein Gefühl dafür zu bekommen, was wir zu uns nehmen. Insbesondere auch dafür, wie schädlich industriell erzeugte Nahrung für uns ist, da wir nicht immer eindeutig erkennen können, wie viel Zucker, Salz, Fett und andere schädliche Stoffe in Fertiggerichten enthalten sind. Insgesamt ist das Buch einfach geschrieben, von Mensch zu Mensch, verständlich und sehr unterhaltsam. Es sind auch zahlreiche Bilder vorhanden, die die Veränderung von Matthias Steiner dokumentieren.

Ich persönlich finde es sehr hilfreich, dass auch auf gesüßte Getränke, fast food etc. eingegangen wird – wie leicht lässt man sich täuschen von der Werbung. Es ist schon erschreckend, wenn man liest, dass es zum Beispiel Kaffeegetränke gibt, die 20 Würfelzucker und mehr enthalten. Mal ehrlich: Würdet ihr euch zu Hause soviel Zucker in den Kaffee kippen?

Matthias Steiner wirbt für Vernunft beim Thema Essen. Ganz klarer Tenor: Weg von Fertiggerichten und fast food, hin zu selbst gekochtem mit Schwerpunkt auf Gemüse (am besten auch saisonal/regional), Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte. Dazu in Maßen Milchprodukte,Fleisch, Fisch und Eier und natürlich gute Öle und Fette. Aber: Ausnahmen sind möglich, sollten jedoch nicht zur Regel werden. Prinzipiell ist alles erlaubt, wenn auch nicht exzessiv. Wichtig ist Matthias Steiner natürlich das Thema Bewegung. Er wirbt dafür, unseren kindlichen Bewegungsdrang wieder zu finden, der uns im Laufe der Jahre genommen wurde durch Schule, Bürojobs.. Ganz wichtig: Es soll Spaß machen, kein Zwang sein. Vielleicht dauert es deshalb auch länger, bis man die geeignete Sportart für sich entdeckt.

Zur Häufigkeit der Nahrungsaufnahme empfiehlt der Autor, sich an eine alte Regel zu halten:

„Morgens wie ein Kaiser, mittags wie ein König und abends wie ein Bettler!“ (Zitat Seite 128)

Ja, auch meine Oma hat mir das häufig genug gesagt... Es sollte 3 Hauptmahlzeiten geben und nicht ständig zwischendurch genascht werden, denn das treibt unnötig den Insulinspiegel nach oben und stoppt damit die Fettverbrennung. Damit der Leser sich überhaupt erst einmal bewusst wird, was er so alles an einem Tag nebenbei isst, empfiehlt der Autor, ein Ernährungstagebuch zu führen und darin wirklich alles zu vermerken, was gegessen und getrunken wurde.





Auf der Buchmesse hatte ich das große Glück, mit Matthias Steiner persönlich sprechen zu dürfen. Er ist sehr sympathisch und hat mir seine Philosophie noch einmal erläutert. Er ging auf all die Punkte, die ihm sehr wichtig sind, ein. Unter anderem auch auf die Zielsetzung, die seiner Meinung nach auch das A und O für einen Erfolg sind. Um ehrlich zu sein, war ich viel zu aufgeregt, um viele Fragen zu stellen. Es könnte durchaus daran gelegen haben, dass jede Menge Kameras auf ihn und somit (leider) auch auf mich gerichtet waren.

Auf meine Frage, ob es nun auch Veranstaltungen zum Thema Ernährung von ihm geben würde, sagte er mir, dass eine Lesereise geplant ist. Am vorgetragenen Programm arbeitet er jedoch noch, denn einfaches Vorlesen aus seinem Buch wäre ja nun nicht sehr interessant. Eine Show, wie manch anderer Ernährungscoach sie hält, ist nicht vorgesehen. Was ich mir aber durchaus vorstellen könnte, wäre tatsächlich ein Ernährungs- und Fitnessratgeber à la Steiner. Mal schauen, was sich da in Zukunft ergibt.

Ich persönlich bedanke mich auf jeden Fall beim Südwest Verlag (insbesondere bei Daniela Völker) und Matthias Steiner für die Zeit, die mir für das Gespräch eingeräumt wurde, und das Rezensionsexemplar. Wie man auf den Bildern sieht, habe ich mir ganz viele Stellen im Buch markiert, die ich interessant fand.

Die Folgen für mich:

„Das Steiner Prinzip“ ist für mich zum genau richtigen Zeitpunkt erschienen. Vielleicht ist dem einen oder anderen eine Änderung an meinem Blog aufgefallen (und damit meine ich jetzt nicht den neuen Hintergrund) oder in meinem Facebook-Profil: Es gibt Bilder von mir – und das ist gut so.



Ich habe mir in den letzten Monaten viele Gedanken gemacht und festgestellt, dass in meinem Leben einige Dinge alles andere als gut laufen (um nicht zu sagen, sie laufen grottenschlecht). Wer mich persönlich kennt, weiß, dass ich immer auf der Flucht davor bin, fotografiert zu werden; nicht nur, weil ich nicht fotogen bin und weil meine Figur alles andere als den gängigen Schönheitsidealen entspricht. Es ist auch schlichtweg Angst. Angst davor, mich zu blamieren und ausgelacht zu werden. Ständig frage ich mich, was andere über mich denken. Leider ist es mir nicht egal.

Erst vor kurzem ist mir klar geworden, dass ich diese Angst schon seit meiner Kindheit mit mir herumschleppe und sie mich daran hindert, ich selbst zu sein. Weil ich immer Angst davor hatte, alleine zu sein, nicht gemocht und akzeptiert zu werden, nicht zu schaffen, was andere können, war meine Schulzeit alles andere als ein Zuckerschlecken für mich. Ich war und bin ein furchtbares Sensibelchen und habe deshalb nach und nach zugenommen. In den letzten Jahren wurde ich dadurch immer zurückhaltender und schüchterner. Auf diese Art und Weise habe ich wohl besten Jahre meines Lebens einfach verpasst. Das kann ich nun nicht mehr ändern, so weh es tut. Aber meine Zukunft habe ich noch in der Hand, ich möchte endlich wieder mehr Spaß haben und ich selbst sein - ein kreativer, chaotischer, liebenswürdiger Mensch. Einfach ich.

Darum mein Ziel: Innerhalb eines Jahres, also bis Oktober 2016, möchte ich mehr Selbstbewusstsein aufbauen und mein Gewicht reduzieren. Der Anfang ist gemacht (seit August 5 kg), aber es soll noch weitergehen. Ein genaues Gewicht will ich nicht definieren, denn es geht mir in erster Linie darum, mich wohl zu fühlen. Wann auch immer und mit welchem Gewicht das sein wird. Damit ihr seht, dass es mir damit ernst ist, wird es zukünftig auch immer mal wieder Bilder von mir zu sehen geben. Ich tue mein Bestes und halte euch auf dem Laufenden. Vielleicht gibt es ja noch Gleichgesinnte, die sich mit mir zusammen tun wollen, um ihr persönliches Ziel zu erreichen.

Meine ganz persönliche Belohnung für die ersten 5 kg habe ich mir am vergangenen Dienstag gegönnt. Dieser wunderschöne Anhänger soll mich daran erinnern, dass ich auf dem dem richtigen Weg bin.




Nun ist es raus, mein Blog hat jetzt ein Gesicht. Ich bin gespannt auf eure Reaktion (und auch darauf, ob überhaupt eine kommt...).

Euch allen ein schönes Wochenende – genießt es in vollen Zügen!

Eure (neue, mutigere?)
Deborah

Sonntag, 11. Oktober 2015

Clodagh Murphy - Pustekuchen!

Als alter Star Wars Fan war ich auf dieses Buch mehr als neugierig - immerhin geht es hier um Darth Vader und seinen Sohn Luke (diesmal allerdings ohne Schwester Leia) ...



Der Inhalt:

Romy Fitzgerald träumte von Karriere, Freund, Hochzeit und Kinder (irgendwann). Aber wie so oft im Leben kommt alles anders. Auf einer Kostümparty an Halloween hat sie eine folgenreiche Begegnung mit Darth Vader. Neun Monate später ist Romy Mutter des kleinen Luke. Und vom Vater gibt es keine Spur - Romy hat keine Ahnung, wer unter der Maske von Darth Vader steckte. Ihr Bruder Danny und ihre beste Freundin Lesley helfen ihr bei der Suche. Und dann taucht auch noch wie aus dem Nichts Romys Jugendliebe Kit auf, der ebenfalls die Party in der Tatnacht besucht hat. Dumm nur, dass sich Romy viel mehr zu Kits jüngerem Bruder hingezogen fühlt...

Meine Bewertung:

Schade eigentlich, dass das Cover nicht ein bisschen mehr Star Wars mäßig ausfällt. Aber schön ist es trotzdem, es passt eben zum Titel. So oder so, ich musste das Buch einfach lesen und es gefiel mir sehr gut, ich hatte mächtig viel Spaß. Besonders angetan hat es mir auch der letzte Satz des Buches (bitte nicht vorher lesen, denn in diesem Fall löst er wirklich alles auf).

Die Irrungen und Wirrungen in der Geschichte sind mehr als amüsant, insbesondere die Irrtümer rund um die sexuellen Neigungen der Protagonisten. Angeheizt wird das alles von Romys älteren Mieterin May, die mit ihren Mitte 60 mit ihrem Freund ein Erotiklexikon von A-Z auf Herz und Nieren prüft - sehr zum Verdruss der Mitbewohner im Haus. Irgendwann hatte ich (allerdings nur ganz kurz) ein bisschen Angst, dass das Ganze in den Abklatsch dieser Reihe, die ich nicht nennen möchte, ihr wisst schon, abdriftet. Dem ist aber zum Glück nicht so. Nachdem alle Missverständnisse geklärt sind, geht es um eine ganz normale Liebesgeschichte (oder sogar mehrere). Und irgendwann denkt Romy darüber nach, die Suche nach Lukes Vater aufzugeben - auch wenn Lesley nicht so schnell gewillt ist, ihre Verdächtigen-Akte zu schließen.

Es ist relativ bald klar, welcher Topf und welcher Deckel zusammen gehören. Aber der Weg dahin ist teilweise genial komisch. Ich hatte so manches Mal den Wunsch, Romy einen Schubs in die richtige Richtung zu geben, da sie tendenziell immer wieder falsch abbiegt, bis sie endlich die Kurve kriegt. Aber am Ende ist alles gut - wenn nicht, wäre es ja schließlich nicht das Ende, oder?

"Pustekuchen!" hat mich komplett überzeugt, deshalb bin ich gespannt auf weitere Bücher der Autorin. Wie ich gerade gesehen habe, gab es schon vorher ein Buch von ihr, das ich noch nicht kenne ("Der letzte Exfreund meines Lebens") und das mal eben auf meiner Wunschliste wandert. Erstaunt hat mich, dass die Autorin Clodagh Murphy schon fast Mitte 50 ist - ihre Art zu schreiben erschien mir jünger. Klingt vielleicht komisch, ist aber so. 

Weitere Informationen findet ihr auf der Verlagsseite von Blanvalet, unter anderem Informationen zum Buch und der Autorin und eine Leseprobe. 

Ich bedanke mich herzlich bei Blanvalet für das Rezensionsexemplar.

Einen schönen Sonntagabend! 

Deborah


Sonntag, 4. Oktober 2015

Mein erstes Bookup bei Kiepenheuer & Witsch in Köln

Am 25.09.2015 war es endlich soweit, um 17 Uhr startete ich direkt nach der Arbeit zum lange und heiß ersehnten Bookup bei Kiepenheuer & Witsch. Der Verlag ist super zu erreichen, da er genau gegenüber vom Hauptbahnhof Köln im Deichmann Haus residiert. Kurz vor 18 Uhr kam ich dann doch etwas abgehetzt und erhitzt an, aber keine Minute zu spät. 



Es konnte losgehen. Zum ersten Mal (na ja nicht ganz...) fehlte mir ein Smartphone. Ich versuchte zwar, mit meinem ollen Tablet mitzuhalten, doch allein bis ich im W-LAN war, dauerte Ewigkeiten. Von den bescheidenen Bildern rede ich mal lieber nicht. Hier mein erstes und einziges, dann bin ich doch auf die Kamera umgestiegen:



Posten ging dann natürlich nicht. Klappt hoffentlich beim nächsten Mal. ;-) Beiträge der anderen Teilnehmer findet ihr unter dem obigen Hashtag bei Twitter, Instagram, Facebook. Es sind viele schöne Beiträge dabei. 

Begrüßt wurden wir von Ulrike Meier in einem Gemeinschaftsraum bei Kiepenheuer & Witsch, in dem auch die Belegschaftsbesprechungen stattfinden. Passend zur Location gab es unter anderem frisch gezapftes Kölsch. 




Da uns die Enthüllung eines großen Geheimnisses angekündigt wurde, gingen die meisten neugierigen Blicke in Richtung Tisch. Was darauf lag, sah im ersten Moment tatsächlich aus wie ein Sarg mit einem weißen Tuch darüber. Ulrike Meier versicherte uns jedoch, dass es kein Sarg ist... Ich bin sicher, der/die eine oder andere hätte gerne schon einmal einen Blick unter das Tuch geworfen (ich nehme mich da jetzt nicht aus, auch ich platzte vor Neugier).



Ulrike Meier erläuterte uns den Ablauf des Abends und erzählte uns einiges über den Verlag und die Mitarbeiter. Der Verlag Kiepenheuer & Witsch wurde nach dem Krieg gegründet. Das Unternehmen hat seither erst seinen dritten Verleger. Nach Joseph C. Witsch übernahmen Reinhold Neven Dumont und im Anschluss im Jahr 2002 Helge Malchow das Ruder. Mittlerweile gehört der Verlag zur Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, zu der unter anderem auch S. Fischer, Droemer Knaur und der Rowohlt Verlag zählen. Derzeit arbeiten rund 50 Mitarbeiter bei Kiepenheuer & Witsch, ein Umstand, der im Jahr 2008 zum Umzug an den jetzigen Standort führte. Zuvor war Kiepenheuer & Witsch in einer Villa in Marienburg untergebracht, wo sich die Belegschaft offensichtlich ebenfalls sehr wohl fühlte. Die neuen Büros haben jedoch einen großen Standortvorteil, da zum Beispiel die Autoren des Verlages auf der Durchreise einfach einen Zwischenstopp am Kölner Bahnhof machen können, um Gespräche vor Ort zu führen. Bei Kiepenheuer & Witsch erscheinen im Jahr etwa 60 Hardcover und ebenso viele Taschenbuch-Ausgaben. 



Im Anschluss erzählte uns der Verleger Helge Malchow selbst einige wunderbare Anekdoten und erläuterte uns die Schwerpunkte des Verlages. Besonders gefallen hat mir seine Anekdote zu einer Vertreterkonferenz, zu der er eine Schallplatte (die großen, runden, schwarzen Teile, die man auf einen Schallplattenspieler legt und den Arm mit der Nadel drauf setzt...) mitbrachte und sie den Vertretern vorspielte. Diese waren offensichtlich fassungslos, dass dieser Mensch auf der Platte tatsächlich ein Buch schreiben sollte. Es handelte sich um Helge Schneider, und ich kann die Verwunderung der Vertreter durchaus verstehen, wenn ich da an einige Hits des Musikers/Schauspielers denke. Helge Malchow erzählte mit soviel Hingabe von der Kiepenheuer & Witsch Familie - die jedoch keine WG ist, es wird schon gearbeitet - der flachen Hierarchie und der guten Zusammenarbeit, dass ich ihm noch länger hätte zuhören können. 

Eigentlich wollten wir aber mehr vom Unternehmen sehen und machten uns deshalb auf den Weg, die heiligen Hallen zu besichtigen. Hier einige Bilder zu "Schöner Arbeiten bei KiWi". So viel Platz, so viele individuelle Arbeitsplätze. 



Da über 20 Personen durch die Flure schlenderten, kam es hier und zu kleineren Staus. Insbesondere in den Räumen und auch vor so tollen Dingen wie der Vitrine mit den Belegexemplaren der Lizenzausgaben aus anderen Ländern. 



Natürlich habe ich einige Fotos gemacht von den unterschiedlichen Covern. Wie uns Ulrike Meier erläuterte, ist es manchmal recht spannend, herauszufinden, um welches Buch es sich handelt. Gerade bei asiatischen Büchern sind die Cover häufig poppig bunt und die Titel sind aus verständlichen Gründen nicht lesbar.





Und nun müsst ihr Bücherratten, Leseeulen, Bookaholics sehr stark sein. Ich möchte euch jetzt das für mich zweitschönste Büro im Verlag zeigen. Das schönste kommt gleich noch. Dieses hier hat mich aufgrund es Buchregals verzaubert. Wer auch immer das eingeräumt hat, ihn/sie möchte ich gerne zu mir einladen, um meine Bücher zu sortieren. So schön! Ein Traum, oder?



Vor lauter Staunen habe ich leider den Anschluss etwas verpasst und nicht mitbekommen, was hier erzählt wurde. Schade!



Im Anschluss daran wollte uns Helge Malchow nun sein Büro vorstellen. Das Büro, von dem auch er sagt, es sei das schönste. Dank der Aussicht zur einen Seite auf den Bahnhof und die Züge und auf der anderen Seite auf den Dom und die Domplatte kann ich diese Aussage zu 100% bestätigen. 





Und? Zuviel versprochen? Helge Malchow erklärte uns nun, was mit der Posterwand auf sich hat. Bei Interviews sitzt er immer vor dieser Wand. Der Journalist hat die Werke des Verlages somit immer vor Augen und vermutlich auch vor der Linse. Hier erfuhren wir nun ganz viel über die einzelnen Autoren, wie zum Beispiel ein Nick Hornby Fußball mit seinem Debüt-Roman "Fever Pitch" salonfähig machte. Oder wie Werbefachmann Frank Schätzing, nachdem er mal keinen Köln-Roman schrieb, zu Kiepenheuer & Witsch kam. Oder wie aus Bastian Sicks jahrelanger Korrekturarbeit zuerst seiner Spiegel-Kolumne und anschließend die Bücher "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod" wurden...



Wie gesagt, ich hätte ihm gerne länger gelauscht, doch irgendwann musste es auch mal weitergehen. Da wartete ja noch DIE Überraschung auf uns. So schafften es die Kolleginnen letztendlich, uns in Richtung Aufenthaltsraum zu locken. Obwohl der Abschied von diesem Traumbüro wirklich schwer fiel.



Auf dem Rückweg kamen wir noch einmal an den Schwarz-Weiß-Fotografien der Autoren vorbei. Ehrlich gesagt, kenne ich auf Anhieb nur zwei davon (von vielen Autoren weiß ich einfach nicht, wie sie aussehen).



Für allseits große Begeisterung sorgten auch die Bücherregale im Flur. Hier musste ein weiterer Foto-Stopp eingelegt werden. 




Endlich wieder angekommen in dem großen Raum, gab es erst einmal etwas zu trinken. Nach so viel spannenden Geschichten genau richtig. Aber die Aufregung fand kein Ende, denn nun wurde das Geheimnis enthüllt. Anstatt des vermeintlichen Sarges sahen wir nun 4 Kartons.



In diesen Kartons sollte sich etwas komplett Neues befinden. Ulrike Meier und ihre Kollegen waren schon sehr gespannt auf unsere Reaktion. 



Und los ging es. Ganz schnell aber dennoch vorsichtig wurden die Kartons geöffnet. 



Große Spannung, was ist das für ein Buch??? 



Als wir den Schuber in der Hand hatten, ging das Auspacken los - und dann das große Staunen. Man hatte uns nicht zu viel versprochen. So etwas habe ich wirklich noch nie gesehen. "S." von J.J. Abrams und Doug Dorst ist anders als alle Bücher, die ich je gelesen habe. Stellt euch vor, ihr habt ein altes Bibliotheksbuch voller Notizen in der Hand. Außerdem befinden sich darin Briefe, Zeitungsausschnitte, Fotos... Das Buch sieht steinalt aus und hat sogar die Stempel der Bücherei hinten am Einband. Es riecht sogar alt und fasst sich so an. Tatsächlich ist es aber nagelneu. Und eine der aufwändigsten Arbeiten, die es je für das Lektorat und die Produktion gab. Damit ihr versteht, was ich meine, schaut euch hier einmal den Trailer an:



Wir haben noch einige Tipps zum Lesen des Buches erhalten. Die Lektorin erzählte uns über die vier Ebenen des Buches und die damit zusammenhängenden Herausforderungen an das Lektorat. Die Produktion war ebenfalls vor große Herausforderungen gestellt: Es musste eine Druckerei gefunden werden, die die schwierigen Vorgaben erfüllen konnte, es musste Lieferanten für die einzelnen Teile gefunden werden. Ein großes Projekt, bei dem es anfangs Zweifel gab, ob es tatsächlich umsetzbar ist. Kiepenheuer & Witsch wollte ein unvergleichliches, hochwertiges Buch erstellen - ein Unikat, das es niemals als Ebook geben wird.




Nachdem die Bücher ausgiebig bewundert, gestreichelt, durchgeblättert, beschnuppert und bestaunt wurden, ging es zum gemütlichen Teil des Abends über: Leckere Häppchen und nette Gespräche mit Mitarbeitern und anderen Bloggern. Ein sehr schöner Ausklang des Abends.   




Respekt, wenn ihr bis zum Ende durchgehalten habt. Das Ganze ist ja nun doch wieder etwas länger geraten, als gedacht. Aber es war einfach ein ereignisreicher und unvergesslicher Abend für mich. Kiepenheuer & Witsch hat mich restlos begeistert. Ich bedanke mich herzlich bei allen, die dieses Event möglich gemacht haben, ganz besonders bei Stefanie Leo und den Mitarbeitern von Kiepenheuer & Witsch, die ihren wohlverdienten Feierabend mit uns Bloggern verbrachten. Ich freue mich schon sehr auf ein Wiedersehen auf der Frankfurter Buchmesse.



Kurz nach 21 Uhr ging es dann in Richtung Bahn. Unterwegs musste ich aber noch den Mond bewundern, der über dem Kölner Dom stand. Was für schöne Abschiedsbilder.




Bei Kiepenheuer & Witsch findet ihr auch ganz viele Bilder vom #bookupDE, das Storify gibt es hier. Die Links von den Blogs liefere ich gerne nach. 

Ich hoffe, ich konnte euch meine Eindrücke vom Bookup bei KiWi näher bringen. Ich bin gespannt auf kommende Bookups und denke, bis dahin werde ich gerüstet sein. 

Nun sage ich erst Mal gute Nacht, die neue Woche steht schon vor der Tür...

Deborah 

Samstag, 3. Oktober 2015

Petra Hülsmann "Wenn Schmetterlinge Loopings fliegen" - süße Lesung in Hennef

Nach längerer Zeit haben wir endlich mal wieder eine Lesung besucht - und eine sehr unterhaltsame und leckere dazu. Lecker??? Ja, denn sie fand bei Marty's Eiskult & Mehr in Hennef statt und es gab einen grandiosen Eisbecher. Insofern kann ich mit Fug und Recht behaupten, dass die Buchhandlung am Markt in Hennef eine lecker Lesung veranstaltet hat. Ich glaube fast, so langsam passe ich mich an meine Umgebung hier an...


Die Hummel gehört eigentlich zu Petra Hülsmanns erstem Buch "Hummeln im Herzen" - aber auch sie spielte an diesem Abend eine Rolle. Dazu aber später mehr. 

Darum geht es im Buch:

Karolin Maus freut sich auf ihre erste Stelle nach dem abgeschlossenen Studium. Dafür zieht sie mit Sack und Pack und Karl-Heinz (ihrem Mercedes, den sie von Oma geschenkt bekam) von Bochum in das ferne Hamburg. Zum Glück wurde ein Zimmer in der WG ihrer besten Freundin Saskia frei. Alles scheint prima, aber nur bis zum nächsten Tag. Als sie ihren Job antreten will, gibt es die Firma leider nicht mehr, sie wird in der Firma von der Polizei empfangen. Ihr neuer Chef und Betrüger befindet sich in Polizeigewahrsam. 

Karo ist entsprechend niedergeschlagen, da sie nun entweder nach Bochum zurückkehren oder ganz schnell eine neue Stelle in Hamburg finden muss. Doch sie hat Glück im Unglück und bekommt eine Arbeit im Management eines Hamburger Bundesligavereins angeboten. Weniger erfreulich für Karo: Offiziell ist sie Praktikantin und somit für alle möglichen unmöglichen Aufgaben zuständig und ganz nebenbei Babysitter und Fahrer für Fußballstar Patrick Weidinger, der auf Karo mehr als arrogant wirkt. Die beiden können sich nicht ausstehen, zumindest anfangs nicht. Karo und der WG bestehend aus Saskia, Nils und dem finnischen Studenten Pekka stehen aufregende Zeiten bevor...

Meine Bewertung:

Ich war begeistert von "Hummeln im Herzen" und deshalb auch mehr als happy, als ich mal wieder einen Blick in unseren Bücherschrank geworfen habe und tatsächlich "Wenn Schmetterlinge Loopings fliegen" darin fand. Ich konnte mein Glück gar nicht fassen, denn das Buch gibt es ja noch gar nicht so lange. Diesmal gibt es einen Schmetterling zum Streicheln auf dem Cover (mitsamt Häkelanleitung dazu - aber mal ehrlich: Ich und Häkeln, das wird nichts). 

Im direkten Vergleich mochte ich "Hummeln im Herzen" noch einen Hauch mehr, aber auch Petra Hülsmanns zweites Buch konnte mich begeistern - trotz Fußball. Irgendwie war es auch mal etwas ganz anderes, eine Liebesgeschichte in Verbindung mit Fußball zu lesen. Auf jeden Fall eine Abwechslung, und die Fußballer-/Trainer-/Kommentaren-/Was-auch-immer-Zitate zu Beginn der Kapitel sind wirklich klasse. Das Buch macht von der ersten bis zur letzten Minute Spaß. Wie so meist ist zwar klar, was passieren wird, aber der Weg dahin ist durchaus lesenswert und die WG ist mir richtig ans Herz gewachsen. Irgendwie tut es mir fast leid, dass mein WG-Leben dagegen richtig langweilig war. 

Tja, eigentlich sollte das Buch (mittlerweile signiert) wieder in den Bücherschrank wandern. Das wird wohl irgendwann passieren, aber im Moment wohl noch nicht. Ich glaube, ich muss es erst noch verleihen. ;-)


Die Lesung am 30.09.2015

Auf diesen Abend habe ich mich richtig gefreut - auch wenn Abendveranstaltung in Verbindung mit sehr früh aufstehen am nächsten Morgen (4 Uhr) nicht unbedingt optimal ist. Puh, leider waren wir etwas spät dran und die Eisdiele war schon so gut wie voll. Kein Wunder, so ich in der Zeitung gelesen habe, waren 70 Leute da (wirklich so viele???). Wir haben mit Mühe und Not noch zwei Plätze gefunden. Leider ziemlich weit hinten, so dass ich nicht so gute Fotos machen konnte. Aber dennoch sind sie einigermaßen geworden. 


Dann ging es los. Uwe Madel von Buchhandlung am Markt (BAM) Hennef stellte die sympathische Autorin Petra Hülsmann vor und wies auf die Verlosung zu Ende der Veranstaltung hin (die dicke Hummel wurde verlost). 

Petra Hülsmann erzählte uns ein wenig über den Hintergrund des Buches, unter anderem darüber, dass es Karl-Heinz wirklich gibt und wie es zu dem erfundenen Bundesliga-Fußballverein kam. Auch wer ihr die Idee zu Patrick "Weidi" Weidinger gab - wenig verwunderlich, es war Sebastian "Schweini" Schweinsteiger. Sie selbst mag Fußball sehr gerne und war schon als kleines Kind mit ihrem Vater im Stadion, wenn Werder Bremen spielte. Nach Aussagen ihrer Eltern kommentierte sie schon im zarten Alter von 6 Jahren den Spielverlauf.

Bevor es dann richtig los ging, wurde die Eiscreation "LOOPING" von Marty's Eiskult & Mehr aufgetragen. Der Autorin lief genau wie uns das Wasser im Mund zusammen. Petra Hülsmann musste sich jedoch noch etwas gedulden. Ganz im Gegensatz zu uns, die Eis-löffelnder-Weise ihrer Lesung lauschten. Das Eis war wirklich göttlich und riesengroß...hmmm...Speiseeis, frische Beeren und Sahne...


Währenddessen machte uns Petra Hülsmann mit Saskias Mitbewohnern bekannt, insbesondere mit dem finnischen Austauschstudent Pekka. Sie erzählte uns, dass WGs bei ihren Büchern eine große Rolle spielen, da sie selbst jahrelang in WGs gelebt und diese Zeit sehr genossen hat. Sie hat dort die eine oder andere außergewöhnliche Person kennengelernt, auch einen weiblichen Pekka. Sie sprach zwar wohl sehr wenig bis gar kein Deutsch und auch nicht viel Englisch, aber irgendwie hat sich die Autorin trotzdem gut mit ihr verstanden.


Auch Karos Familie lernten wir bei einem Weihnachtsbesuch in Bochum besser kennen. Den Dialekt bekam Frau Hülsmann - entgegen ihrer Befürchtung - sehr gut hin (zumindest, soweit ich das beurteilen kann). Diejenigen, die das Buch noch nicht gelesen haben, wurden nach dieser lustigen Vorstellung der Geschichte sicherlich neugierig darauf. 


Ich persönlich freute mich sehr zu hören, dass bereits ein drittes Buch in Arbeit ist. Frau Hülsmann bat uns vorab schon um Entschuldigung, falls sie einmal die Namen vertauschen sollte. Sie befindet sich wohl gerade mitten in der Schreibphase und ist dann komplett in der Geschichte drin. Als Anekdote erzählte sie uns deshalb auch, dass sie sich beim Fußball-Schauen während sie "Wenn Schmetterlinge Loopings fliegen" auch laut darüber gewundert hatte, warum Patrick Weidinger nicht in der Nationalmannschaft mitspielt. Das wurde offensichtlich zum Running Gag, mit dem sie ihr Mann seither auch gerne aufzieht. 

Als weiteres Highlight des Abends wurde die süße Hummel verlost. Ich hatte kein Glück. Macht aber nichts, denn nun wird das süße Tierchen einer 6jährigen Enkelin einer Zuhörerin viel Freude machen. 


Ich bedanke mich vielmals für den tollen Abend und die netten Gespräche mit den Mitarbeitern der BAM und Herrn Madel. Ich freue mich schon sehr auf weitere Veranstaltungen dieser Art und bei Marty's war ich sicherlich auch nicht zum letzten Mal. 

So, und morgen werde ich euch noch von einem anderen tollen Erlebnis berichten: Mein erstes #bookupDE bei Kiepenheuer & Witsch und die Vorstellung eines der interessantesten Bücher, das ich je in der Hand hatte...

Gute Nacht!

Deborah