Donnerstag, 15. Januar 2015

2015 – Neues Jahr, neuer Versuch?

Hallo, ihr Lieben!

Es wird Zeit für die Abrechnung mit dem vergangenen Jahr. Für 2014 hatte ich mir viel vorgenommen – und bin gnadenlos damit gescheitert. Hier zeige ich euch nochmal meine Liste 2014 und dahinter steht jeweils, was daraus geworden ist:

1. Kein Buch-, CD-, DVD-/Blu-ray-Kauf für mich persönlich. => Versagt auf ganzer Linie (außer bei CDs), unzählige neue Bücher gekauft und getauscht, wenige neue DVDs/Blu-rays gekauft und getauscht.
2. Kein Schmuck. => Ja klar, sicher. Ich und kein Schmuck...vergiss es!
3. Keine Taschen. => Ähm tja, ich glaube, es waren mindestens 3 neue – wenn nicht mehr...
4. Keine Notizbücher - seien sie auch noch so schön. =>Allein auf der Buchmesse 4, insgesamt noch viel mehr.
3. Kein unnützer Kram. => Hier konnte ich mich wenigstens einschränken.
4.Jeder Kauf sollte kritisch hinterfragt werden (Brauche ich das wirklich? Oder will ich das vielleicht nur?). => Das hat einigermaßen funktioniert.
5. Kleidung + Schuhe nur bei Bedarf und wenn Angaben zu Materialien/Herstellung bekannt. => Zumindest das mit dem Bedarf hat geklappt.
6. Entrümpeln, Platz schaffen. => Versagt auf ganzer Linie. Es haben zwar einige Dinge das Haus verlassen, aber es ist immer noch viel zu viel da bzw. zu viel Neues dazu gekommen.
7. Kreativ tätig werden (Nähen, Stricken, Häkeln lernen, Schmuck herstellen). => Stricken: Nicht über Schal und Mütze raus gekommen, Häkeln: Vergiss es, nicht meins!, Schmuck: nicht dazu gekommen.
8. Bei Lebensmitteln: Wieder verstärkt saisonal und regional kaufen (hatte ja schon mal geklappt...). => Da kann ich wenigstens ein halbes Häkchen dran machen, sind auf einem guten Weg, wenn auch noch optimierungsbedürftig.
9. Für jeden Kauf, den ich nicht gemacht habe, kommt ein Zettel mit Preis und Beschreibung in mein Glas - damit ich am Ende des Jahres einmal herausfinden kann, wie viel ich dadurch gespart habe. => Äh nö, hat gar nicht geklappt.
10. Tauschen ist erlaubt - Ziel sollte es jedoch sein, dass mehr Dinge das Haus verlassen, als wieder rein kommen. => Ich glaube, tauschen ist für mich sub-optimal, irgendwie kommt immer mehr rein, als raus geht.
11. Herausfinden, was mir wirklich Freude bereitet - neue Ziele finden! => Leider noch kein Erfolg.
12. Von Rückschlägen nicht komplett entmutigen lassen, sondern weitermachen! => Da hat sich eher die Devise: „Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich's ungeniert!“ durchgesetzt...


Kurz zusammengefasst: Das war wohl nichts!



Die Frage ist nun, soll ich mir fürs neue Jahr wieder Gedanken machen, oder lass ich es gleich ganz sein? Also für mich kann ich schon mal feststellen, Verbote sind nichts, gehen gar nicht. Klar ist, es ist ganz dringend notwendig, mich von einem Haufen Ballast zu trennen. Ich tue mich jedoch unheimlich schwer mit dem Wegwerfen. Abgeben fällt mir leichter (zumindest teilweise, bei manchem Buch oder Erinnerungsstück tut es schon in der Seele weh) und ich bemerke im Anschluss bei jedem Teil, das weg ist eine Erleichterung. Warum fällt es also so verdammt schwer? Ich hänge offensichtlich viel zu sehr an sinnlosem Kram, gleichzeitig fällt es mir schwer, Ordnung zu halten bei all diesem Zeug um mich herum.

Darum wird es Zeit, Sachen weniger Wert zuzuordnen. Und das ist es, was ich dieses Jahr möchte: Weg von der Liebe zu Gegenständen, hin zu der Liebe zum Leben und dem Erleben!

Es gibt deshalb keine Liste für 2015 sondern nur ein Zitat von Mark Twain:


"In 20 Jahren wirst du mehr enttäuscht sein über Dinge, die du versäumt hast, als über die, die du getan hast. Also mache die Leinen los, verlass den sicheren Hafen, fang den Fahrtwind in deinen Segeln. - Forsche, träume, entdecke!"

Obwohl, eine Liste habe ich doch – eine Liste mit Orten, die wir dieses Jahr gerne sehen möchten und Dingen, die wir erleben möchten. Sie ist schon richtig lang, darauf stehen auch Wünsche, die ganz einfach zu erfüllen sind. Mal schauen, wie viele Jahre wir brauchen werden, um sie abzuhaken. ;-)

Ach ja, und noch etwas, was ich mir vorgenommen habe: Mehr Freude am Lesen! Deshalb will ich in diesem Jahr auch den Druck herausnehmen und einfach lesen, was mir gefällt und vor allem wann es mir gefällt. Deshalb nehme ich an keiner Challenge teil, ich habe schlicht und ergreifend keine Lust dazu. Ich blogge nur noch über Bücher, wenn ich unbedingt etwas darüber schreiben möchte. Vorrangig werde ich Bücher aus meinem vorhandenen, ungelesenen Bestand (der mittlerweile fast Bibliotheksgröße angenommen hat) lesen, also auch ältere.

Das bedeutet, dass ich vorerst keine/wenige Rezensionsexemplare annehme. Vielleicht ändert sich das im Lauf des Jahres wieder, aber im Moment brauche ich definitiv eine Auszeit, sonst wird mein RUB nie kleiner. Wenn es Neuheiten von meinen Lieblingsautoren gibt, die ich unbedingt haben muss, werde ich sie mir einfach bei der Lohmarer LesArt kaufen. Außerdem: Ich muss nicht immer alles gleich nach Erscheinen lesen, Bücher haben kein Verfallsdatum oder Mindesthaltbarkeitsdatum. Das ist ja gerade das Schöne daran!

In diesem Sinne: 



Auf ein gutes Jahr 2015! Ich wünsche uns allen viel Schwein!

Deborah

Mittwoch, 14. Januar 2015

Nicolas Barreau - Die Frau meines Lebens

Das Buch habe ich mir am Samstag Abend aus meinem Mörder-SUB gerupft und mal eben durchgelesen. Es war mein erstes Buch von Nicolas Barreau und ich habe mich direkt in der Stadt der Liebe wieder gefunden...




Inhalt:

Der Buchhändler Antoine verbringt seine Mittagspause im Café de Flore, seinem Lieblingscafé - trotz all der Touristen, die sich dort hinein drängen. Völlig unerwartet und unverhofft wird dort seine Welt auf den Kopf gestellt: Er sieht eine schöne Fremde und verliebt sich Hals über Kopf. Antoine ist der felsenfesten Überzeugung, die Frau seines Lebens gefunden zu haben. Als sie geht, legt sie ihm eine Karte mit ihrer Telefonnummer und der Anmerkung "Rufen Sie mich in einer Stunde an. Ich würde Sie gerne wiedersehen." auf den Tisch. Isabelle, so heißt die Schöne, verschwindet. 

Antoine ist im siebten Himmel - zumindest bis zu dem Zeitpunkt, als durch ein mehr als unglückliches Missgeschick die letzte Ziffer der Telefonnummer unkenntlich wird. Es kommen also 10 Telefonnummern in Frage. Er hat nur wenig Zeit, um die richtige Nummer herauszufinden. Eine verrückte Suche quer durch Paris hält Antoine und seine Freunde in Atem. Ob er Isabelle mit dem roten Regenschirm in der riesigen Metropole wieder findet?

Mein Eindruck:

Ich war mitten in Paris und erlebte mit Antoine die Achterbahn seiner Gefühle. Seine aufregenden Stunden könnte man als "How I met the woman of my life" in "24 hours" zusammenfassen. Oder: Die Jagd nach dem roten Regenschirm.

Antoine gibt nicht auf, auch nicht, als sich eine Telefonnummer nach der anderen als Niete erweist. Er ist einfach liebenswert und sympathisch. Seine Verzweiflung darüber, wenn wieder ein Hoffnungsschimmer erlischt, tut jedes Mal ein bisschen weh. Man möchte Antoine am liebsten umarmen und ihm neuen Mut machen, dass er seine Isabelle wieder finden wird. Sogar seine Stadt ist auf seiner Seite und hilft ihm mit kleinen Hinweisen - er muss sie nur erkennen.

Die romantische Jagd durch Paris hat mir so gut gefallen, dass ich das Buch eben erst fertig lesen musste, bevor es am Sonntag Frühstück gab. Es war einfach so aufregend. Dass Antoine erfolgreich sein wird, ist irgendwie zu erwarten, aber ganz sicher ist man sich dann eben doch nicht. Ob er es wohl schafft, allen Widrigkeiten und Umständen zu Trotz? Es muss einfach so sein, oder? 

Bei diesem Buch ist der Weg das Ziel und das macht es so spannend. Das Schönste für mich: Einen Teil der Orte der Handlung hatte ich bildlich vor Augen und konnte ihm so folgen. Ich konnte mir sogar den schimpfenden Taxifahrer mit typischer Gestik und Mimik bestens vorstellen. Und jetzt weiß ich auch ganz sicher, dass ich beim nächsten Paris-Besuch unbedingt einmal das Musée Rodin besuchen muss/will/werde. Von meiner Japan-Reise kenne ich zwar schon einige Statuen - wie zum Beispiel "Der Denker" oder "Die Bürger von Calais" als Repliken, aber ich möchte sie nun gerne tatsächlich im Museum in Paris sehen. Oh je, ich schweife schon wieder ab...

"Die Frau meines Lebens" ist sehr lebendig geschrieben. Es ist ein kleines Buch (kann man wohl bei 140 Seiten sagen), das einen auf eine wunderbare Reise durch Paris mitnimmt. Damit ist es mit Sicherheit nicht nur allen Freunden von Liebesromanen sondern auch allen Paris-Liebhabern zu empfehlen.

Mein Fazit: 

Ich liebe es! Viel Freude beim Lesen - und denkt dabei bitte an die Stadt der Liebe und die Menschen dort. Paris ist eine wunderschöne, multikulturelle Stadt und soll das auch bitte bleiben. Meine Gedanken, mein Mitgefühl und meine Hoffnung sind bei Ihnen, bei allen Einwohnern von Paris! Vive l'amour, vive la tolérance et vive Paris! La vie continue...

Deborah

Montag, 12. Januar 2015

Christine Vogeley - Die Liebe zu so ziemlich allem

Ein gutes neues Jahr wünsche ich euch mit "etwas" Verspätung. Aber endlich gibt es hier wieder etwas zu lesen. Und das wird bestimmt nicht der letzte Beitrag sein. In diesem Jahr wird es allerdings ein paar Änderungen geben. Dazu aber ein anderes Mal mehr. Heute geht es um ein Buch, das in meine Favoritenliste wandern wird.

Geschichte, Titel und Gestaltung von Christine Vogeleys „Die Liebe zu so ziemlich allem“ passen perfekt zueinander. Für mich Lesegenuss von der ersten Minute an...




Inhalt:


Carlotta Goldkorn bereitet eine Ausstellung rund um das Leben und Werk des schwedischen Malers Jasper Johansson für das Gayette-Museum ihrer Heimatstadt vor. Carlotta liebt dieses kleine, exzentrische Museum, dessen Gestaltung und Exponate sich so sehr von anderen Museen unterscheidet. Hier findet sich ein riesiges Saurierskelett neben alten Gemälden, scheinbar unwichtigem Krimskrams und Kinderzeichnungen. Eine wilde Mischung, die jeden Tag ihr Herz aufgehen lässt. Umso mehr freut sie sich auf die Ankunft von Gösta Johansson, dem Urenkel von Jasper Johansson, der eine Gemälde-Leihgabe persönlich im Museum abgibt.


Völlig unerwartet trifft die beiden die große Anziehung zueinander, die sie direkt bei ihrem ersten Treffen fühlen. Diese geht weit über eine geschäftliche Beziehung hinaus, es ist die sprichwörtliche Liebe auf den ersten Blick. Sehr zum Leidwesen von Jule, Carlottas Tochter, die Gösta zu hassen scheint.


Als Carlotta und Gösta wegen eines zufällig entdeckten Wandgemäldes nach Schweden reisen, kommen sie auf die Spur eines großen Geheimnisses rund um Jasper und seine erste Frau Lovisa Johansson, deren Gesicht sich auf einigen seiner Gemälde findet. Währenddessen gehen zu Hause, im Gayette-Museum im kleinen Fichtelbach mysteriöse Dinge vor sich...


Mein Eindruck:


Heute lest ihr meine erste Rezension im neuen Jahr – obwohl ich das Buch schon im November beendet habe. Mal sehen, ob ich es noch kann nach so einer langen Auszeit aufgrund von Krankheit und dem Abschied eines Familienmitgliedes. 

Ich bin diesmal einen ganz anderen Weg gegangen, habe alles handschriftlich vorgeschrieben und habe so wieder ein bisschen meine Freude am Verfassen von Texten gefunden. Mit lila Tinte und Füller macht alles viel mehr Spaß. 



Jetzt aber genug dazu und zurück zum Buch. Ich möchte euch heute ein Buch vorstellen, dessen Cover und Beschreibung mich von der ersten Minute an verzaubert haben. Es trägt den schönen Titel „Die Liebe zu so ziemlich allem“. Carlotta, Gösta, die zickige Tochter Jule, Onkel Henri, der kleine Leo und all die anderen Menschen in und um das Gayette-Museum haben mich direkt für sich eingenommen. Insbesondere Carlotta hat es mir sehr angetan: Eine Frau, die absolut zufrieden mit ihrem Umfeld und ihrer Arbeit ist. Sie geht richtig auf in dem was sie tut. Carlotta beschreibt dieses Gefühl bereits zu Beginn der Geschichte, als Gösta sie fragt:


„Dann sind Sie also restlos glücklich hier?“
„Oh nein. Aber restlos richtig. Am richtigen Platz zu sein ist wichtiger. Vielleicht ist das ja Glück.“
(Zitat Seite 52)


Eine schlichte und meines Erachtens auch zutreffende Definition von Glück. Denn wer hatte, wenn er oder sie unglücklich war, nicht schon einmal das Gefühl, am komplett falschen Platz zu sein? Nicht nur bezogen auf den Beruf sondern auf das komplette Leben natürlich.


Christine Vogeleys Buch ist für mich ein wunderbarer Zitat-Schatz. Was erklärt, warum in meinem Buch wieder Unmengen von bunten Zettelchen kleben. In diesem Buch finden sich schönste Liebeserklärungen neben kleinen und großen Lebensweisheiten. Alles verbunden zu einer Geschichte, die eine Mischung aus Liebes- und Familiengeschichte mit einem Hauch Krimi und Mystery verbindet.


Ein Beispiel für die schönen Textstellen will ich euch noch zeigen. Diesen Teil hier habe ich besonders hervorgehoben:


„Jeder ist tatsächlich allein. Wir kommen allein, wir gehen allein. Wir sind immer allein, und zwar deshalb, weil jeder, wirklich jeder Mensch, seine eigene Wirklichkeit hat. So, wie du die Welt siehst, werde ich sie nie sehen. Und umgekehrt. Aber einsam brauchen wir deshalb nicht sein.“
(Zitat S. 261)


Ich finde, besser kann man den Unterschied zwischen dem Alleinsein und dem Einsamsein nicht erklären. Auf die gleiche, schöne Weise erklärt uns Christine Vogeley das ganze Buch durch die Welt ihrer Protagonisten: Ihre Sprache ist bildhaft und lebendig.


Bei der Beschreibung des Museums bekam ich sofort Lust, dieses zu besuchen. Ich kann es verstehen, dass sich Carlotta diesem besonderen Ort so verbunden fühlt. Es sind die außergewöhnlichen, bunt zusammengewürfelten Sammlungen des Hauses, die geheimnisvollen Geschichten, die sich um den Gründer August Gayette und das Museum ranken, und natürlich der ebenso unterschiedliche Mitarbeiterhaufen, die das Museum am Leben erhalten. Oder besser: All diese Komponenten hauchen dem Museum Leben ein. Es ist meilenweit entfernt vom staubigen Image so manch anderen Museums.


Der besondere Reiz der Geschichte liegt für mich in den vielen kleinen Einzelgeschichten, die alle zum großen Ganzen gehören. Ihr findet in „Die Liebe zu so ziemlich allem“ eine schöne Liebesgeschichte, eine unerfüllte Liebe, eine vermeintliche Liebe, die Liebe zu Dingen und eine Liebe, die nicht sein durfte und alle Protagonisten letztendlich an einem Ort zusammenführt.


Zu meinen Lieblingscharakteren zählt neben Carlotta und Gösta der kleine, schlaue Leo. Er ist ein helles Köpfchen und ein sehr sympathisches Kerlchen, der die Museumsleitung mit seinen Entdeckungen in Aufruhr versetzt. Man muss ihn einfach mögen und leidet mit ihm. Aber am Ende ist alles gut...


Mein Fazit:


Christine Vogeleys „Die Liebe zu so ziemlich allem“ ist eine spannende Liebesgeschichte, die sich nicht nur auf ein Paar beschränkt, sondern auf seine komplette Umgebung – eben auf alles. Für mich ein absolutes Wohlfühlbuch mit einigen kleinen, traurigen Momenten, aber einer durchgehend positiven Grundstimmung. Und deshalb genau das Richtige für mich!


Ob es euch wohl genauso gefallen wird? Ich bin gespannt auf eure Rückmeldungen und wünsche euch viel Freude beim Lesen und Träumen!


Weitere Informationen zum Buch findet ihr bei Knaur, zur Autorin auf der Internetseite von Christine Vogeley. Ich bedanke mich herzlich für die Möglichkeit der Gastrezension bei „Die Bibliophilin“ und Dorotas große Geduld – und ganz besonders auch beim Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar, das nun ein schönes Plätzchen in meinem Regal bekommt. 


Eure
Deborah