Sonntag, 30. November 2014

Ein paar schöne Bücher...

So langsam aber sicher nähert sich die Weihnachtszeit. Der eine oder andere ist auf der Suche nach Nikolaus-/Weihnachtsgeschenken. Ich möchte euch heute drei Bücher vorstellen, die mir am Herzen liegen. Jedes einzelne davon bekommt eine dicke Verschenk-Empfehlung von mir - natürlich könnt ihr sie euch auch selbst schenken... Alle drei sind illustriert und sind somit auch fürs Auge eine Pracht.


Torben Kuhlmann - Lindbergh
Barbara Wersba - Ein Weihnachtsgeschenk für Walter
Markus Walther - Einige ungewöhnliche Geschenke
Ich fange mal mit dem Kleinsten der Bücher an. Einige erinnern sich vielleicht noch an dieses Büchlein, das mir 2012 so gut gefallen hat (wenn mich nicht alles täuscht, habe ich 5-6 Stück davon verschenkt). Durch Anklicken des Bildes gelangt ihr zu meiner Beschreibung.




1. Markus Walther - Einige ungewöhnliche Geschenke - Ein literarischer Adventskalender

Es handelte sich dabei um ein Benefiz-Projekt, der Erlös des Buches ging an den Förderverein für krebskranke Kinder e.V. Köln. Das neue Projekt, "Einige ungewöhnliche Geschenke", ist ebenfalls diesem Verein gewidmet. Auch 2014 habt ihr wieder die Möglichkeit, einen Adventskalender zu kaufen, der euch (weil keine Kalorien und trotzdem viel Inhalt) und anderen etwas Gutes tut. Ganz nebenbei bemerkt: "Engelskirchen" ist auch noch erhältlich. ;-)




Zum Inhalt:

Schwiegermutter Elisabeth fällt mitsamt riesigem Schrankkoffer bei der Familie ein. Sie hat sich vorgenommen, ihr ein unvergessliches Weihnachten zu bescheren. Dazu hat sie viele, ganz besondere Geschenke mitgebracht, die sie Tag für Tag verteilt. Geschenke, die den Hausherrn manchmal an den Rand der Verzweiflung treiben. Sieht es doch so aus, als würde die alte Dame sich auf Dauer einquartieren wollen...

Meine Bewertung:

Es handelt sich um einen Adventskalender mit 24 kurzen Geschichten. Diesmal sind sie jedoch alle komplett zusammenhängend und fortführend. Trotz der Heiterkeit der Geschichten wirkt das gesamte Buch doch ernster und nachdenklicher. Natürlich fragt man sich von Anfang an, was Elisabeth im Schilde führt... Da heute der 30. November ist, könnt ihr sicher schon ahnen, dass ich meinen Adventskalender wieder auf einen Schlag aufgeschnupft habe. 

Die Illustratoren haben ebenfalls tolle Arbeit geleistet, die Bilder zu den einzelnen Geschichten passen wieder hervorragend. Mir persönlich gefiel auch sehr gut, dass der Autor sich selbst ein bisschen auf die Schippe nimmt. Die einzelnen Tagesgeschichten haben genau die richtige Länge und den richtigen Biss. Teilweise lustig, manchmal ein bisschen böse, eine Prise melancholisch, aber immer gut. 

Mit "Einige ungewöhnliche Geschenke" könnt ihr euren Lieben sicherlich eine Freude machen. Elisabeth bringt uns allen den Geist der Weihnacht wieder etwas näher. Was so ein altes Brettspiel zum Beispiel bewirken kann...


2. Barbara Wersba - Ein Weihnachtsgeschenk für Walter

Dieses Buch entdeckte ich im vergangenen Jahr in meiner Lieblingsbuchhandlung, der Lohmarer LesArt. Frau Trapp empfahl mir dieses Buch, ich habe mich auf den ersten Blick verliebt - in ein Bilderbuch. Ein Buch über Freundschaft, Respekt und die Liebe zu den Büchern.




Zum Inhalt:

Walter lebt bei Miss Pomeroy, die Kinderbücher schreibt. Nicht, dass Miss Pomeroy wüsste, denn Walter ist eine Ratte, aber eine ganz besondere, eine echte Leseratte. Nach und nach liest er sich durch Miss Pomeroys Bibliothek. Als er entdeckt, dass sie ausschließlich über Mäuse schreibt, fühlt er sich in seiner Ehre gekränkt. Er beschließt daher, Miss Pomeroy einen Brief zu schreiben. Ein gewagter Schritt für eine Ratte...

Meine Bewertung:

Dieses Buch ist einfach wunderschön und durchaus für erwachsene Leseratten, Lesemäuse, Leseeulen... geeignet. Es macht auch mit seinem Hardcover und teilweise Leineneinband einen sehr hochwertigen Eindruck. Die Illustrationen in Schwarz-Weiß sind sehr passend.



Barbara Wersbas Geschichte um Walter, die kluge und belesene Ratte hat es mir angetan. Ich muss zugeben, im Normalfall mag ich Mäuse auch lieber als Ratten. Aber Walter hat es mir doch sehr angetan. Die sich langsam entwickelnde Freundschaft zu der alten Dame, Miss Pomeroy, ist sehr rührend, da beide einsam sind und sich über etwas Gesellschaft freuen. 

"Ein Weihnachtsgeschenk für Walter" ist wirklich was fürs Herz. Ich glaube sogar fast, dass die Geschichte Erwachsene mehr anspricht, als Kinder. Die Empfehlung lautet jedoch von 7-9 Jahre.


3. Torben Kuhlmann - Lindbergh - Die abenteuerliche Geschichte einer fliegenden Maus

Ein absolutes Highlight! Dieses Buch entdeckte ich im Internet. Die Bilder sprachen mich sofort an. Ich hatte das wahnsinnige Glück, es kurze Zeit danach bei Sandras "Büchernische" zu gewinnen. Noch immer freue ich mich über dieses wunderschöne Geschenk.


Vielen Dank, liebe Sandra! 
Es war so toll verpackt, dass ich es ganz vorsichtig ausgepackt habe. Und heraus kam dieses heiß ersehnte Buch...



Zum Inhalt:

Eine kleine Maus möchte über den riesigen Atlantik zu seiner Familie und seinen Freunden. Die anderen Mäuse haben sich schon vorher auf den Weg gemacht. Es ist eine kluge Maus, die nicht aufgibt und ihren Plan Stück für Stück umsetzt.

Meine Bewertung:

Das Herz des Buches sind hier eindeutig die wundervollen Bilder in Sepia. Die Geschichte ist in wenigen Sätzen erzählt, aber die Bilder bleiben eindeutig hängen. Die ganze Aufmachung des Buches ist ein Traum. Es sieht aus, als wäre es uralt durch die Flecken auf dem Cover und auch innen. Die Bilder sind mit so viel Liebe und Ausdauer gestaltet, dass man sich Ewigkeiten mit den Details beschäftigen kann - allein die Augen der Eulen, Wahnsinn!

Wer Mäuse mag und Bilderbücher liebt, kommt hier voll auf seine Kosten. Dieses Buch ist auch für kleinere Leser geeignet, der Text lässt sich sicher gut vorlesen. Vor allen Dingen gibt es ganz viel zu schauen. Ein prima Geschenk für alle Lesemäuse! 




Na, schon etwas für euch oder eure Lieben dabei gewesen? Falls nicht, ich hätte da noch ein paar Vorschläge...demnächst. :-)

Einen schönen Restsonntag!

Deborah

Einen schönen 1. Advent...

... wünsche ich euch allen da draußen! 



Liebe Grüße
Deborah

Fanny Wagner & Carolin Birk - Überwiegend fabelhaft

Von führenden Wetterfröschen empfohlen: Die Rückkehr der Wiestaler!

Ich habe mal wieder an einer lovelybooks-Leserunde teilgenommen - wenn auch leider nicht so aktiv, wie ich es mir gewünscht hätte. Irgendwie war der Wurm drin - was aber definitiv nicht am Buch oder den Autorinnen lag, sondern an mir. "Überwiegend fabelhaft" war einfach subber und die Unterhaltung mit Fanny Wagner und Carolin Birk hat mächtig Spaß gemacht! 




Zum Inhalt:

Nina ist in Wiestal angekommen. Alles eitel Sonnenschein. Ninas Modelabel "Zwiebellook" läuft mehr als gut, die Zusammenarbeit mit den "Schnepfen" funktioniert einwandfrei, mit Christian läuft alles toll und Töchterchen Marie hat sich auch gut eingelebt und frönt zusammen mit Freund Mario ihrer Leidenschaft als Dokumentarfilmer. Sehr zum Leidwesen der gefilmten Wiestaler. So langsam wächst Nina die Arbeit über den Kopf, es wird Zeit für Unterstützung, die sie in Form eines Assistenten bekommt. Patrick ist bald unentbehrlich und hilft Nina bei der Gestaltung des Online-Auftritts von "Zwiebellook".

Völlig unerwartet ziehen dunkle Gewitterwolken über dem sonst so beschaulichen Wiestal auf. Die Zeichen stehen auf Sturm und Unwetter. Plötzlich gerät alles aus den Fugen. "Zwiebellook" verliert Aufträge, weil eine andere Firma billige Kopien der Kollektion auf den Markt schmeißt, und Christian ist für einige Zeit bei seiner Exfrau, weil sie und der gemeinsame Sohn Julian einen Unfall hatten. Nina gibt jedoch nicht kampflos auf und mobilisiert die "Schnepfen". "Einer für alle und alle für einen" ist nun die Devise und es wird fieberhaft nach dem Industriespion gejagt...

Meine Bewertung:

Ach Kinder, ich bin traurig - ganz furchtbar traurig. Da hatte ich mich so lange auf diese Fortsetzung von "Garantiert wechselhaft" gefreut, und nun habe ich sie schon wieder fertig gelesen. Kaum habe ich das Ortsschild von Wiestal passiert, bin ich auch schon wieder raus aus dem beschaulichen Ort. Es war quasi ein mega-Kurzurlaub mit durchgehendem Sonnenschein. Logischerweise fällt der Abschied schwer nach dem subber Wiedersehen mit Nina, Marie, Christian, Nachbarin Gundi und ihrem Walter, den Schnepfen und all den anderen einzigartigen Charakteren aus dem fränkischen Wiestal.

Ihr ahnt es sicher schon: "Überwiegend fabelhaft" zieht natürlich in meine persönliche "Hall of fame" ein als eines der lustigsten Bücher des Jahres. Als solches habe auch ich es für den lovelybooks-Leserpreis 2014 nominiert. Für den Sieg hat es letztendlich nicht gereicht, aber für einen 11. Platz. Das passt doch wunderbar in den Monat des Fastnachts-Beginn. Meinen herzlichen Glückwunsch auch an Fanny Wagner und Carolin Birk zu dieser tollen Platzierung! Einfach schbitze!


copyright Lovelybooks
Zurück zum Buch und zur Handlung. In Wiestal gibt es diesmal tatsächlich einen Fall von Wirtschaftskriminalität zu lösen. Nina entdeckt, dass ihre "Zwiebellook"-Entwürfe schamlos kopiert und zu Billigpreisen angeboten werden. Sie und Agentin 00-Gundi haben da so einen Verdacht und legen sich auf die Lauer, um den Spion zu erwischen. Herrlich, wie ich mich von Fanny Wagner und Carolin Birk aufs Glatteis führen ließ. Raffiniert! Und das nicht nur im Spionagefall sondern auch direkt am Anfang. Aber dazu erzähle ich euch jetzt nichts, ich will euch ja den Spaß nicht nehmen.

Den ersten Teil "Garantiert wechselhaft" solltet ihr eigentlich schon kennen - dann ergibt manches doch mehr Sinn als ohne. Es geht auch so, ist aber halt schöner, wenn man die Personen und die Hintergründe schon kennt. Zum Beispiel Gundis heiße Liebe zu Walter. Gundi ist mächtig vernarrt und verfolgt den armen Walter auf Schritt und Tritt - bis dieser auf anraten von Nina einfach mal den Spieß umdreht. Einfach göttlich, die Gundi auf der Flucht. Zu meinen Lieblingsszenen zählen auch eindeutig die Scharmützel  zwischen Gundi und Koch Ernst. Insbesondere als Ernst seine Liebe zur experimentellen Küche entdeckt. Auauau...da fliegen die Fetzen - und das macht so richtig Laune. 

Kostprobe gefällig? Hier ein kleiner Ausschnitt aus dem Rouladen-Exberiment aus Kapitel 4 (Seite 60/61) - Ernst kocht Rouladen süß-sauer...

"Der Ernst will Rouladen süß-sauer machen!" Gundi sagte es, als wäre von Katzengulasch die Rede. "Und dazu an gebradenen Reis mit Koriander."...
"In a Roulade g'hört Speck, Senf und a saure Gurge, da macht mer kei Exberimende!"
"Ich füll se aber mit Ananas und Babbrika!"
"Und wie machst du die Soße?"...
"Mit Tschilliflogg'n, Morcheln und Sojasoß", brummte Ernst. "Und wem des ned bassd, der macht sich halt a weng a Budderbrot, gell?"

Ach ja, erwähnte ich es schon: Das Fränkisch kommt auch in diesem Buch nicht zu kurz. Mein Tipp daher auch für "Überwiegend fabelhaft": Wenn ihr was nicht versteht, einfach mal laut lesen. Wenn's dann immer noch nicht klar ist, hat wenigstens eure direkte Umgebung Spaß. 



Sehr schön sind auch im zweiten Band der Wiestal-Saga die Wettervorhersagen über den einzelnen Kapiteln inklusive passender Frosch-Grafik uuund natürlich die gestickten Sprüche vom verstorbenen Onkel Hubert. Dieser hier gefiel mir auf Anhieb schon mal sehr gut: "Besser ein Ranft Brot im Haus, als eine ganze Kuh in der Ferne." (Seite 39) Ja, der Onkel Hubert war schon ein weiser Mann, seine Ratschläge kommen immer genau zur rechten Zeit.

Um Ninas Freund Christian muss man sich ein bisschen Sorgen machen. Er wird doch nicht wirklich zur Ex zurückgehen? Und was wird aus "Zwiebellook"? Ruiniert der Spion die Arbeit von Nina und den Schnepfen? Die Jagd nach dem Übeltäter hat mich wirklich gut unterhalten, ich wurde geschickt vom Täter abgelenkt (man merkt halt, dass ich kein passionierter Krimi-Leser bin...). Den im Buch erwähnten Film würde ich zu gerne sehen. Kann den mal bitte jemand verfilmen???

Ich denke, ihr habt schon bemerkt, dass ich mal wieder restlos begeistert war. Einziger, wirklich nur ein ganz kleiner Kritikpunkt: Das Buch war zu schnell zu Ende. Und nun ist erstmal alles gesagt und geschrieben übers Wiestal. Schaaade. Aber ich freue mich riesig auf weitere Projekte des tollen Autorenduos Fanny Wagner und Carolin Birk!

Wenn ihr etwas Lustiges sucht, dann kann ich euch auf jeden Fall "Garantiert wechselhaft" und "Überwiegend fabelhaft" empfehlen. Das zaubert auch den schlimmsten Novemberblues (okay, der November ist ja fast vorbei, aber trotzdem) oder die Vor-Weihnachts-Depri weg und euch ein Lächeln aufs Gesicht. In meinem Fall war es eher lautes Gegacker. Lachfalten sind sexy, jawoll! 

Infos und Leseprobe findet ihr bei Rowohlt. In diesem Sinne, viel Spaß beim Lesen! 

Ich bedanke mich bei Rowohlt und den Autorinnen für das Rezensionsexemplar.

Schönes Wochenende!

Deborah





Montag, 17. November 2014

Lovelybooks-Leserpreis 2014

Hallo Ihr Lieben!

Noch bis zum 20.11.2014 könnt ihr bei Lovelybooks eure Buchlieblinge des Jahres 2014 nominieren, bevor es zur Abstimmung geht. Meine Wahl ist schon getroffen. Auch dieses Jahr fiel es mir extrem schwer, mich jeweils auf ein Lieblingsbuch zu beschränken. Mal schauen, welche meiner Bücher es in die Abstimmung schaffen. Ich drücke jedenfalls allen Autoren, die nominiert sind, die Daumen!

Zur Nominierung gelangt ihr ganz einfach, indem ihr das Bild anklickt. 

Neugierig auf meine Bücher? Ich verrate sie euch gerne:
  • Roman: Katarina Bivald - Ein Buchladen zum Verlieben
  • Krimi: Markus Walther - Der Letzte beißt die Hunde
  • Fantasy: Marita Sydow Hamann - Die Erben der alten Zeit/Der Thul
  • Jugendbuch: Michael Römling - Seitenwechsel
  • Kinderbuch: Thorben Kuhlmann - Lindbergh
  • Liebesroman: Dani Atkins - Die Achse meiner Welt
  • Historischer Roman: Andrea Schacht - Triumph des Himmels
  • Humor: Fanny Wagner & Carolin Birk - Überwiegend fabelhaft
  • Sachbuch/Ratgeber: Meg Lukens Noonan - Der perfekte Mantel 
  • Bestes E-book only: Sebastian Niedlich - Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens
  • Bester Buchtitel: Theresia Graw - Das Liebesleben der Suppenschildkröten
  • Bestes Buchcover: Amy Plum - Von den Sternen geküsst
  • Beliebtester Lovelybooks Autor: Da kann ich nicht abstimmen - zu viele super nette Autoren!

Oh je... und ich sehe, dass da noch einige Rezensionen fehlen - immer noch... 

Viel Spaß beim Stöbern und Nominieren!

Deborah




Sonntag, 9. November 2014

Kerstin Hohlfeld/Leif Lasse Andersson - Ich heirate einen Arsch

Ja, das ist wirklich der Buchtitel, ich kann nichts dafür. Die Inhaltsangabe und Leseprobe hatten mich angesprochen und ich wollte dieses Buch einfach lesen. Ich musste ja schließlich wissen, was es mit dem A.... auf sich hat. ;-)



Zum Inhalt:

Luisa Stein, 28 Jahre alt, hofft nach einem Praktikum bei einem Verlag auf eine Festanstellung. Der Tag beginnt gut, sie macht sich hübsch und zieht anstatt unauffälliger Büroklamotten ein gelbes, sehr weibliches Kleid an. Leider wird nichts aus dem Job und sie ist ziemlich niedergeschlagen. Zu diesem Zeitpunkt läuft sie Björn Bengt Becker über den Weg, dem Chefredakteur des Magazins "Monday". Vor ihm ist nichts sicher, was lange Beine, schöne Brüste und eine verlockende Kehrseite hat - genau letzteres fällt ihm bei Luisa sofort ins Auge. Und auch das gelbe Kleid. Er setzt alles daran, sie zu verführen. Zunächst einmal holt er sie in die Redaktion des "Monday". Bald stellt er fest, dass Luisa durchaus noch andere Qualitäten hat. Luisa ist hin- und hergerissen, denn sie weiß nicht, was sie von Björn halten soll. Denn oft genug verhält er sich tatsächlich wie ein Arsch.

Meine Bewertung:

Zunächst mal stelle ich mir eine Frage: Ist das Ende tatsächlich das Ende? Irgendwie scheint mir die Geschichte noch nicht abgeschlossen zu sein. Es ließ mich zumindest ziemlich verwirrt zurück. Und eines meiner Lieblingszitate kam mir in den Sinn. Aber vielleicht ist das Ende mit den vielen Fragezeichen ja auch so gewollt. Wer weiß, wer weiß... es bietet jedenfalls eine Option auf eine Fortsetzung. Kein Muss, aber eine Möglichkeit.

Nun aber zurück zum Buch. Ich mag Bücher, die von zwei Personen geschrieben wurden, insbesondere aus männlicher und weiblicher Perspektive. Ich gehe davon aus, dass in diesem Buch die Rollen nicht getauscht wurden, denn Björn Bengt Becker klingt für mich doch typisch männlich und Luisa Stein sehr weiblich, gefühlsbetont. Aber vielleicht täusche ich mich in diesem Punkt ja auch und das alles ist Absicht. Luisa mochte ich direkt, wobei ich finde, dass sie manchmal schon etwas überreagiert. Eine Zeitlang nervt sie sogar ein wenig, da sie die Ansicht anderer offensichtlich nicht so richtig akzeptiert. Björn bemüht sich richtig um sie und sie erkennt es einfach nicht an. 

Björn ist am Anfang wirklich kein Sympathieträger, viel zu sehr Aufreißer. Nach und nach erfährt man aber auch, warum er so wurde. Ab diesem Zeitpunkt wächst meine Sympathie für ihn ein bisschen. Wobei er es Frau wirklich nicht leicht macht, ihn zu mögen. Dafür ist er mir zu wankelmütig. Wenn er jedes Mal, wenn nicht alles so toll läuft, darüber nachdenkt, ob nicht doch die Andere die bessere Wahl ist. Ja, es gibt noch eine störende Dritte in der Gleichung. Linda, Björns Betthäschen auf Abruf, dessen Gefühle jedoch tiefer gehen, als Björn vermutet. 

Sehr unterhaltsam ist es auf jeden Fall, den Irrungen und Wirrungen dieser außergewöhnlichen Liebesgeschichte zu folgen. Luisa und Björn müssen nicht nur miteinander sondern auch mit ihrer Umgebung klar kommen. Immerhin ist Björn Luisas Chef und dazu noch 17 Jahre älter. Das gehässige Getratsche und teilweise echt fiese Mobbing am Arbeitsplatz macht den beiden das Leben nicht wirklich leichter. Man bekommt doch einen guten Einblick in die Grabenkämpfe einer Redaktion eines Nachrichtenmagazins. Puh, wenn es so tatsächlich in Redaktionen zugeht, bin ich doch froh, nicht Journalistin geworden zu sein. Dafür bin ich viel zu sehr Sensibelchen und könnte mich zu wenig durchsetzen. Der Kampf um die Titelstory wäre absolut nicht meins.

Der ständige Wechsel zwischen ihrer und seiner Sicht könnte verwirrend und auf Dauer nervend sein, ist er aber tatsächlich nicht. Es ist sogar sehr interessant, wie manche Schlüsselszenen erst von der einen und dann von der anderen Warte beleuchtet wird. So erfährt man genauer, was die Protagonisten empfinden und wie sie mit der Situation zurecht kommen. Nur ein einziges Mal hatte ich übersehen, dass es Björns Part war, den ich gerade las - was mich etwas erstaunt hat. Nach ein paar Zeilen war aber klar, dass er sprach und nicht sie.

Ich musste das Buch ziemlich schnell durchlesen, denn ich wollte unbedingt wissen, wie es ausgeht mit Luisa und Björn. Es ist toll, wenn mich eine Geschichte so mitreißt. Dumm nur, dass das Buch dann auch schnell zu Ende ist...

So, zum Ende möchte ich nochmal auf das Ende zu sprechen kommen: Es ist gut, es ist passend und überraschend - aber irgendwie gefällt es mir nicht. Das ist aber auch das Einzige, was mir an diesem Buch nicht gefallen hat. Ansonsten ist die aufreibende Liebesgeschichte humorvoll, romantisch, sexy, bissig und auch ein bisschen traurig - alles drin, was eine gute Lovestory braucht, um nicht langweilig zu sein.

Die Frage, ob die beiden nun zueinander passen oder nicht, ist für mich noch nicht eindeutig geklärt. Ich bin gespannt auf eure Meinung, wenn ihr das Buch auch gelesen habt. Weitere Infos zu "Ich heirate einen Arsch" findet ihr bei Knaur

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und bedanke mich herzlich bei Kerstin Hohlfeld und Knaur für das Rezensionsexemplar!

Viele Grüße
Deborah



Sonntag, 2. November 2014

Kochbuch-Tipp: Cornelia Schinharl - Herbst, Winter, Gemüse!

Seit längerem arbeiten wir daran, unsere Ernährung umzustellen und mehr Gemüse zu essen - vorzugsweise saisonal und regional - hervorragend, wenn es auch noch aus Bioanbau stammt. Im Sommer ist das alles kein Problem, denn es gibt eine große Auswahl an Obst und Gemüse, doch der Herbst und der Winter haben nicht so viel zu bieten - oder etwa doch?

Doch! Der Herbst wird bunt und schmackhaft!



Im September bot unsere Lieblingsbuchhandlung Lohmarer LesArt einen Vortrag mit dem schönen Titel "Steckrübe küsst Pastinake" an. Vorbereitet wurde dieser von der Auszubildenden der Buchhandlung. Sabine Jaax hat sich etwas Tolles ausgedacht - eine Mischung aus Vortrag, Buchvorstellung und Verkostung. Ich kann nur sagen, ein unterhaltsamer Abend mit viel Inspiration. Bei der Veranstaltung bin ich auf den Geschmack von Kürbis, Steckrübe und Topinambur gekommen - keines dieser Gemüse hatte ich je zuvor gegessen. Ich war schlichtweg begeistert!

Ein Buchtipp hatte es mir besonders angetan, dieses Buch habe ich mir dann auch direkt in den darauffolgenden Tagen bestellt: Cornelia Schinharl - Herbst, Winter, Gemüse! von GU. Ein tolles Buch mit vielen schön beschriebenen und fotografierten Rezepten. Das Auge isst ja bekanntlich mit. 



Auf 154 Seiten finden sich massenhaft leckere Rezepte zum Nachkochen, die in 4 Kategorien eingeteilt sind:

  • Davor & Dazu
  • Aus der Suppenschüssel
  • Marktfrisch, Ofenfrisch!
  • Aus Topf und Pfanne!
Dazu kommen einige Gemüseportraits (Schwarzwurzel, Wintersalate, Winterportulak, Kürbis, Topinambur, Grünkohl) und ein tolles Register - auch sortiert nach Zutaten. Vegetarische Rezepte sind mit einem grünen Blatt gekennzeichnet und haben zusätzlich ein eigenes Register.

Beim Anschauen des Buches bekam ich direkt Lust, zu kochen. Zum Glück haben wir (noch) einen Biobauernhof in der Nähe, der all diese wunderbaren Gemüse anbietet.

Als allererstes probierte ich dieses Rezept aus (allerdings mit einigen Abwandlungen - denn ich koche selten genau nach Rezept):



War beim ersten Mal schon sehr lecker (da noch mit Pastinaken und Möhren) - trotz des Ersatzes von Crème fraiche durch Quark und zusätzlich untergemischten Kartoffeln. Beim zweiten Versuch an diesem Wochenende habe ich mich nicht nur auf Pastinaken und Möhren beschränkt - diesmal wurde es ein bunt gemischter Auflauf mit (fast) allem, was meine Gemüseschublade so hergab: Kartoffeln, Kohlrabi, Rübchen, Steckrübe und Sellerie. Ausgesehen hat das Ganze so:



Lecker war's (oder besser, ist es noch immer, denn wir haben natürlich noch etwas übrig). Da ich dieses Wochenende richtig in Probierlaune war, habe ich auch noch einmal das leckere Gulasch mit Wurzelgemüse gekocht. Nebst Bio-Rindergulasch kamen hierfür 600 g Wurzelgemüse (Pastinaken, Möhren, Sellerie, Steckrübe), 2 Knoblauchzehen und 400 g Lauch + Zwiebeln in den Topf. Beim letzten Mal habe ich das Gulasch mit Bier gekocht, diesmal mit Fleischbrühe - beides sehr schmackhaft, wenn auch unterschiedlich (mit Bier etwas herber). Dazu gab es heute lockeres, selbstgemachtes Kartoffelpürree. 

Diese zwei Rezepte aus dem Buch kann ich euch sehr ans Herz legen. Ich werde mich nach und nach aber noch weiter durch das Buch kochen - es gibt noch soviel auszuprobieren: zum Beispiel Buchweizenspätzle mit Bergkäse und Kohl, Kichererbsen-Curry mit Lauch, Steckrübe und Kohl...

Neben diesem Buch kann ich euch auch noch eine Zeitschrift empfehlen, die ich für mich entdeckt habe: Einfach Hausgemacht aus dem Verlag der Landlust. In der aktuellen Ausgabe gibt es auch wunderbare Rezepte für den Herbst. Unter anderem ein sehr leckeres für Chili-Kürbis aus dem Ofen mit Dattel-Hackbällchen. Hier habe ich mich fast an das Rezept gehalten - leider hatte ich die Chili vergessen. :-) Trotzdem sehr zu empfehlen! Beilage braucht es übrigens keine, der Hokkaido-Kürbis macht ordentlich satt.


Nein, ich mutiere jetzt nicht zur Food-Bloggerin - dazu fehlt mir absolut die Zeit. Außerdem kann ich Essen einfach nicht so ansprechend fotografieren, wie manch andere/r. Ich muss aber feststellen, dass mir das Kochen Spaß macht - wenn auch nicht in meiner fehlgeplanten Küche. Leider gibt es viel zu wenig Ablage- und Arbeitsfläche. Das Aufräumen hinterher gehört übrigens auch nicht zu meinen Lieblingstätigkeiten. Aber was soll's, wenn es schmeckt, bin ich schon ein bisschen stolz. 

Anregungen sind immer gerne gesehen. Was kocht ihr denn so zu dieser Jahreszeit und vor allem auch demnächst, im Winter? 

Liebe Grüße und einen schönen Abend!
Deborah