Samstag, 1. Oktober 2016

Heute mal etwas ganz Neues: Die Toniebox

Hallooo...

Es gibt mich tatsächlich noch. Ich hatte die letzten Wochen mal wieder wenig Zeit zum Bloggen. Gelesen habe ich dagegen sehr viel - ich habe quasi Rezensionsstau. Mir fehlen die Worte...

Nun möchte ich so langsam versuchen, wieder die Kurve zu kriegen, zumal ich noch so viele schöne Bücher vorzustellen habe. Und nicht nur Bücher. Heute habe ich etwas ganz Besonderes, das ich euch zeigen möchte. Habt ihr schon von der Toniebox gehört? Diesem knuffigen bunten Würfel mit Öhrchen, auf den man einfach eine Figur stellt um ein Hörspiel zu hören? Nein? Dann schaut mal hier:




Gleich vorweg: Ich gehöre nun überhaupt nicht zur Zielgruppe (Kinder zwischen 3-10 Jahren), aber es war Liebe auf den ersten Blick. Es gibt aktuell schon viele Tonies mit Hörspielen/Musik, unter anderem Janoschs Tiger mit "Oh, wie schön ist Panama", mehrere Olchis Abenteuer, Rabe Socke, Die Maus, Bibi Blocksberg, Conni, Benjamin Blümchen, Der Grüffelo, Bobo Siebenschläfer... Wie ich gesehen habe, kommen schon nächsten Monat weitere dazu. 

Als ich das erste Mal von der Idee gehört habe, war ich von dem Konzept begeistert: Öhrchen drücken zum Einschalten, Figur darauf stellen, läuft. Außerdem gefällt mir das Design: Einwandfrei genäht, toller Stoff, keine Knöpfe und Schalter mit Ausnahme der Öhrchen. Und das Tolle: Neben den Hörspielfiguren gibt es noch die Kreativ-Tonies, die mit 90 Minuten eigenen Inhalten bespielt werden können, also zum Beispiel einer Hörbuch-CD oder Musik.

Am letzten Wochenende konnte ich die Box ausführlich testen. Und davon möchte ich euch nun berichten.

Das Starterset

Wenn ihr jetzt ein Toniebox-Starterset bestellt/kauft, habt ihr die Auswahl zwischen 4 Farben: Rot (siehe Bild), Beere, Hellblau oder Grün. Im Starterset enthalten ist der Löwen-Tonie mit dem Hörspiel "Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte". Außerdem sind eine Ladestation und Anleitungen zur Bedienung der Box und des Tonies enthalten.



Wichtig zu Wissen

Für die Installation der Toniebox über die Toniecloud (diese ist kostenfrei zugänglich) und die Nutzung der Tonies benötigt ihr einen PC oder ein Tablet, Laptop oder Smartphone mit WLAN (unbedingt 2,4 GHz). Das Gerät selbst bleibt im Anschluss nicht ständig im WLAN, sondern nur zum Herunterladen neuer Inhalte.

Wenn die Box frisch angekommen ist, kann es sein, dass sie erst einmal geladen werden muss. Die Aufladezeit beträgt 3 Stunden, die Akkulaufzeit etwa 7 Stunden (abhängig von der Zeit der WLAN-Verbindung etc.). Das sollte man am besten vor dem Setup-Prozess prüfen.



Das Setup

Bevor es los gehen kann mit den Tonies, muss erst einmal das Setup durchgeführt werden. Empfehlenswert ist es, dieses in der Nähe des WLAN-Routers durchzuführen, damit die Verbindung stabil bleibt. Wenn ihr euer WLAN so gut geschützt habt wie meine bessere Hälfte, ist es vorab nötig, die MAC Nummer (ihr findet sie unten auf der Box, direkt über der ID-Nummer) der Toniebox in eurem Router freizugeben. Ich hoffe, ihr habt das Admin-Passwort noch zur Hand...ansonsten könnte sich das als die größte Herausforderung herausstellen. Nachdem dieser Punkt geklärt war, habe sogar ich das Setup hinbekommen. In der Toniescloud wird man Schritt für Schritt durch diesen Vorgang begleitet. Das Wichtigste: Auch wenn es ganz schnell gehen soll und ihr auch furchtbar neugierig seid - habt Geduld, manchmal dauert es ein bisschen, bis sich die Verbindung aufbaut.

Eine hilfreiche und gut gemachte Video-Anleitung findet ihr direkt auf der Support-Seite der Tonies. Und wenn alle diese Schritte durchgeführt wurden, die LED-Anzeige grün leuchtet und die Box euch sagt, "Oh ja, jetzt bin ich bereit für die Tonies", dann seid auch ihr Tonie-Helden! Ich habe zwei bis drei Schleifen gedreht (wegen Ungeduld, ich geb's ja zu...), aber dann hat alles einwandfrei funktioniert.

Sollten während des Setup-Prozesses Fehler auftreten, so blinkt die Box rot und gibt euch vielleicht eine Fehlermeldung. Diese wird angesagt und beinhaltet ein Tier (wie zum Beispiel Codewort Eule). In einem solchen Fall würde ich euch empfehlen, ebenfalls auf der Support-Seite nachzuschauen. Ich gehe aber einfach mal davon aus, dass alles gut geht. :-)



Und Action...

Die Box ist installiert, es kann losgehen. Wenn sie ausgeschaltet ist, einfach durch Drücken eines der Öhrchen einschalten und den Tonie darauf stellen. Die Tonies sind übrigens magnetisch und halten recht gut auf der Toniebox. Der Tonie erzählt nun munter drauf los. Der Klang ist gut, auch Musik kommt einwandfrei rüber. Die Lautstärke-Einstellung erfolgt über die kleinen Ecken oben (die "Öhrchen"), über das kleinere wird logischerweise leiser, über das größere lauter gestellt. Nun kommen wir zu dem witzigen Part: Für das nächste Kapitel patscht man einfach mit der Hand an die linke Seite, zurück geht es rechts (über die Toniecloud kann man die Einstellung auch umkehren). Wenn der gut gepolsterte Würfel beim Einstellen des Kapitels mal runterfällt, ist das auch nicht schlimm - er ist gut gepolstert.

Genug gehört? Dann einfach den Tonie runter nehmen und er hört auf zu erzählen. Beim nächsten Mal startet er wieder da, wo er aufgehört hat. Ausnahme: Wenn zwischendurch ein anderer Tonie genutzt wurde, fängt der erste die Geschichte wieder von vorne an.

Nach 10 minütiger Inaktivität schaltet sich das Gerät von alleine ab. Manuell Ausschalten ist nicht möglich.

Die Tonies und die Kreativ-Tonies sind übrigens auch sehr robuste Spielfiguren, oder für mich einfach hervorragende Fotomodelle - denn sie halten tatsächlich still! 



Kommen wir nun zum für mich interessantesten/spannendsten Teil...

Die Kreativ-Tonies

Der beerenfarbene und der gelbe Tonie auf den Bildern sind zwei Kreativ-Tonies, das bedeutet, sie können nach Wunsch "befüllt" werden. Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten, aber zunächst einmal wird der Kreativ-Tonie der Cloud zugefügt, einfach durch Aufstellen auf die Toniebox. Im Anschluss können Dateien in den meisten Audio-Formaten wie MP3 zum Beispiel über den PC in die Cloud hochgeladen werden (funktionierte bei uns auch mit Linux einwandfrei). Es besteht auch die Möglichkeit, über die Tonie-App Inhalte selbst auf den Kreativ-Tonie aufzusprechen. Die Kreativ-Tonies können auch immer wieder gelöscht und neu bespielt werden. Das ist für mich interessant, weil ich mir Hörbuchdateien hochladen und auch wieder löschen kann. Gleiches gilt für Musik. Auf den Kreativ-Tonie passen insgesamt 90 Minuten - mehr geht nicht.



Klasse sind die Möglichkeiten der Cloud: Es können unter anderem weitere Mitglieder zum eigenen "Haushalt" hinzugefügt werden. Mit kompletter Berechtigung haben sie nach Anmeldung eines Accounts auch die Möglichkeit, von einem völlig anderen Rechner Inhalte von dem Tonie zu löschen oder hinzuzufügen. Weiter ist es zum Beispiel möglich, den Kreativ-Tonie nur auf der eigenen Box abspielen zu lassen oder aber für alle Tonieboxen freizugeben. Spannend ist die Live-Option: Hier kann man von unterwegs bis zu 10 Titel/Nachrichten hinterlassen, ab der 11. wird immer die älteste gelöscht. Es gibt so viel zu entdecken... 



Mein Fazit

Für mich wurde die ursprüngliche Idee toll umgesetzt. Die Box lässt sich einfach und intuitiv bedienen, sieht modern und ansprechend aus, wirkt qualitativ hochwertig und hat einen tollen Klang. Außerdem kann man sie auch gut mitnehmen und hat dann für einige Stunden Hörgenuss - für Familien, die mit dem Auto verreisen, sicherlich eine gute Sache, zumal auch ein Kopfhöreranschluss vorhanden ist. ;-) Außerdem arbeitet der Anbieter boxine mit vielen bekannten Kinderbuchverlagen (wie zum Beispiel Oetinger, Beltz & Gelberg und vielen mehr) zusammen.




Spätestens nach dem Test war klar: Ich muss sie haben. Am letzten Tag der Vorbestellaktion habe ich zugeschlagen und mir meine Lieblingsbox (Beere) vorbestellt. Juhu, das heißt, ich bekomme den hübschen gelben Kreativ-Tonie. Und nun warte ich sehnsüchtig auf die Lieferung, denn offensichtlich war ich nicht die Einzige, der diese Farbe gefiel. Aber nächste Woche sollte ich sie auch bekommen. Und dann brauche ich eine Auswahlsendung Kreativ-Tonies: Mindestens einen für Musik, einen für Hörbücher und einen für sonstigen Quatsch...ich hab da schon die eine oder andere Idee...

Zum Abschluss habe ich noch ein paar Bildchen. Quasi als Dankeschön, dass ihr so lange mitgelesen habt.








Falls ihr euch auch eine Toniebox gekauft habt, würde ich mich freuen, von euren Erfahrungen zu hören.

Viele Grüße

Deborah

Sonntag, 21. August 2016

Linda Schipp - Memories to do - Allies Liste

Ich möchte euch heute ein Buch vorstellen, das ich bei meinem ersten Besuch im Drachennest des Drachenmond Verlages in Leverkusen entdeckt habe. Aufmerksam wurde ich durch das Cover in Lieblingsfarben, dann wurde ich neugierig durch den Titel und den Klappentext und letztendlich fand ich die Autorin so sympathisch, dass das Buch einfach mit musste – wenn auch leider noch nicht in der Drachenmond Ausgabe...



Darum geht es:

Allie wacht nach einem Unfall auf und kann sich an die Hälfte ihres Lebens nicht mehr erinnern. In ihrem Kopf ist sie wieder 17 und kurz vor dem Sprung aufs College. In Wirklichkeit ist sie aber schon 34, eine erfolgreiche Autorin/Journalistin und glücklich mit Aaron verheiratet. Außerdem hat sie einen kleinen Sohn. An all das kann sich Allie nicht mehr erinnern. Alles ist anders und sie kommt mit ihrem neuen Leben nicht mehr zurecht. Darum bittet sie ihren Ehemann, an den Ort ihrer letzten Erinnerung zurückkehren zu dürfen, in ihre Heimatstadt Townsend – zusammen mit ihrem damaligen besten Freund Luis. Schweren Herzens lässt Aaron sie ziehen, in der Ungewissheit, welche Pläne Luis verfolgt. Ob Allie die Reise hilft, ihr Gedächtnis wiederzufinden?



Meine Bewertung:

Ich kann nur sagen, ich bin sprachlos. Von den fünf Büchern, die ich diesen Monat bereits gelesen habe, ist dieses mein absolutes Lieblingsbuch – wobei ich eigentlich (bis auf eine Ausnahme vielleicht) alle Bücher mochte. Linda Schipp hat mich wirklich total überrascht mit ihrer Geschichte und der lebendigen Sprache. Die junge Autorin hat sehr schönes, bewegendes Debüt mit viel Herzblut geschrieben. Mein Gefühl bei der Lesung täuschte mich nicht – absolut ein Buch für mich.

Anhand des Titels wurde ich etwas in die Irre geleitet, denn ich dachte, es wäre wieder einmal ein „Listenbuch“. Ich habe ja schon einige Bücher dieser Art gelesen, Bücher über lange vergessene Wunschlisten etc. Doch darum geht es hier gar nicht so richtig. Ab einem gewissen Punkt beschließt Allie einfach, sich eine neue Liste mit zu schaffenden Erinnerungen aufzuschreiben. Keine, die sie schon erlebt hat, sondern solche, die sie in ihrem weiteren Leben abhaken will. Eine Liste, die sich ständig erweitern und verändern kann, für ihre Zeit in Townsend jedoch keine große Rolle spielt. Viel interessanter ist hier, was sie über sich und ihre Freundschaften, Beziehungen und ihr Verhältnis zu ihrer Mutter erfährt. Und immer mal wieder blitzen kleine Erinnerungen auf und Gefühle.

Von Anfang an ist klar, dass zwischen Allie und Luis etwas Ungeklärtes steht. Irgendwas ist in ihrer gemeinsamen Vergangenheit passiert. Und diese Sache steht offensichtlich zwischen den beiden. Allie fragt sich deshalb schon bald, in welcher Beziehung sie wirklich zu Luis stand. Waren sie „nur“ befreundet oder war da mehr? Am schlimmsten ist für Allie jedoch, dass ihre Mutter zwischenzeitlich gestorben ist und sie sich offenbar innerhalb der letzten 17 Jahre ganz furchtbar mit ihr zerstritten hatte, sodass der Kontakt abriss. Luis ist wegen seiner Gefühle für Allie hin- und hergerissen, denn er befürchtet, Allie wieder zu verlieren, und diesmal für immer. Andererseits hat er Aaron ein Versprechen gegeben: Ihm seine Frau zurückzubringen – vorzugsweise mit Erinnerung.



Der Einstieg in die Geschichte ist interessant, sie beginnt im Juli 2071 mit der Beerdigung von Allisons Mann, eigentlich einem sehr traurigen Ereignis. Deshalb weiß der Leser gleich zu Beginn, dass die Protagonistin noch viele glückliche Jahre an seiner Seite verbracht hat. Allies Kinder bitten sie, ihre Lebensgeschichte nach der Amnesie den Kindern und Enkeln zu erzählen. Allie beginnt mit der Nacht im Juli 1997 im Bootshaus zusammen mit Luis. Die letzte Nacht, an die sie sich nach ihrem Sturz erinnern konnte. Und so erfährt man in einer Rückblende, was sie alles ab dem Zeitpunkt ihrer Rückkehr nach Townsend erlebt, wie sie ihr bisheriges (leider vergessenes) Leben hinterfragt. Denn offensichtlich ist nicht alles so, wie es scheint. Wie gut, dass sie Luis an ihrer Seite hat, der ihr hilft, herauszufinden, was ihre eigenen Wünsche sind.



Die Charaktere sind mir (mit ein paar Ausnahmen natürlich) sehr ans Herz gewachsen. Allie ist eine lebensfrohe Frau, die sich durch Verletzungen in der Vergangenheit charakterlich sehr verbogen hat. Die Amnesie ist für sie fast ein Glücksfalls, denn so hat sie die Chance, ihr Leben noch einmal komplett zu drehen – auch wenn sie erst einmal damit klar kommen muss, dass sie kein Teenager mehr ist. Luis trägt auch seine Päckchen mit sich und ist manchmal nicht leicht einzuschätzen. Aber eines spürt man von Anfang an: Dass er für Allie da sein will. Eine meiner Lieblingsfiguren ist Harry, eine jüngere Freundin von Allie und ein absoluter Sonnenschein.

Zum Cover brauche ich ja nichts mehr zu sagen: Wie eingangs erwähnt, habe ich mich direkt verliebt. Die Farben und die Schrift sind ein Traum und im Hintergrund kann man zart Auszüge aus Allies Liste sehen. Das Boot hat natürlich eine besondere Bedeutung.

Die Sprache des Buches gefällt mir sehr gut. Einen klitzekleinen Kritikpunkt gibt es aber auch: Zeitweise wird „die Sache“ etwas zu häufig hervorgehoben. „Die Sache“ ist ein Geheimnis, das Luis seit langem hütet. Und immer wenn er daran denkt oder davon spricht ist es eben „die Sache“ - wobei es nicht unbedingt nötig gewesen wäre, es beim Namen zu nennen. Wie Linda Schipp uns bei der Lesung im Drachennest erzählte, hat sich dieses Geheimnis erst im Laufe des Schreibens entwickelt – sie wusste anfangs selbst nicht, was „die Sache“ war. Zur Wahl des Ortes der Handlung erzählte sie uns auch etwas: So wie ihr Protagonist Luis seinen Wohnort gewählt hatte, hatte auch sie es gemacht: Blind auf der Landkarte mit dem Finger einen Punkt in den USA angetippt. Und das wurde eben Townsend. Sie ist selbst nicht da gewesen, hat aber viel über den Ort recherchiert.




Nach diesem Debüt-Roman bin ich gespannt darauf, was wir in den nächsten Jahren noch von Linda Schipp lesen dürfen. Ich freue mich auf jeden Fall auf weitere Bücher von ihr und wünsche ihr viel Erfolg als Autorin.

Mirjam H. Hüberli und Linda Schipp im Drachennest am 6. August 2016
Mein Fazit:

„Memories to do“ ist ein Debüt-Roman, der mich absolut begeistert hat und deshalb natürlich 5 Lämpchen von mir bekommt – auch wenn kleine Schwächen vorhanden sind. Das Gesamtwerk ist ein Roman, wie ich ihn mag, mit allem Drum und Dran.



Mittlerweile erscheint das Buch im Drachenmond Verlag. Weitere Informationen dazu findet ihr auf der Internetseite des Drachenmond Verlages. Linda Schipp findet ihr übrigens auch auf Facebook. Schaut doch einfach mal bei ihr vorbei. Sie freut sich sicher über eure Rückmeldungen. 

Ich wünsche euch viel Freude beim Lesen. Bei uns ist heute ein perfekter Lesesonntag: Es regnet. Bei euch auch? Dann schnappt euch doch ein gutes Buch... eine bessere Ausrede gibt es im Sommer wohl kaum.

Schönen Sonntag!

Deborah